Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Erdogan verklagt Döpfner wegen Unterstützung für Böhmermann
Nachrichten Wirtschaft Erdogan verklagt Döpfner wegen Unterstützung für Böhmermann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:08 10.05.2016
Anzeige
Köln

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine einstweilige Verfügung gegen Springer-Chef Mathias Döpfner beantragt. Es gehe dabei um dessen Unterstützung für das Schmähgedicht von Jan Böhmermann, sagte Erdogans Medienanwalt Ralf Höcker der Deutschen Presse-Agentur.

Das Landgericht Köln habe allerdings schon angedeutet, dass es der einstweiligen Verfügung eher nicht stattgeben werde. Wenn die Verfügung nicht erlassen werden sollte, werde er Erdogan empfehlen, in die zweite Instanz zu gehen, sagte Höcker.

Döpfner hatte in der Debatte um das Erdogan-Gedicht von Böhmermann in einem offenen Brief Partei für den Satiriker ergriffen. „Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht“, schrieb der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses („Bild“, „WeltN24“) in der „Welt am Sonntag“.

In einem Postskriptum fügte er hinzu: „Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen.“ Eine Sprecherin des Axel-Springer-Konzerns sagte dazu: „Für uns ist die Situation unverändert, uns liegen keinerlei Informationen oder Schriftstücke dazu vor.“

Erdogan-Anwalt Höcker sagte, einer einstweiligen Verfügung gegen den Filmregisseur Uwe Boll („Alone in the Dark“) habe das Gericht schon vollumfänglich stattgegeben. Die Ausfertigung des Gerichtsbeschlusses liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Boll darf demnach beispielsweise nicht mehr sagen, dass Erdogan ein „grenzdebiler kleiner Schwachmat“ sei. Die Gerichts- und Anwaltskosten muss Boll tragen.

Zur Rechtfertigung der Unterlassungsklagen sagte Höcker: „Es ist wie bei einer Massenvergewaltigung: Wenn einer anfängt, kriechen alle aus den Löchern und machen mit. Vor allem, wenn es das Opfer angeblich nicht besser verdient hat.

Wir müssen als Gesellschaft aufpassen, wenn der dünne Lack der Zivilisation blättert und kollektive Enthemmung losbricht. Herr Erdogan ist ein Mensch, und die Menschenwürde ist unantastbar.“ Sie stehe nach Artikel 79, Absatz 3 des Grundgesetzes auch über der Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit.

dpa

Mehr zum Thema

Der Satiriker meldet sich zurück: Fünf Wochen nach seinem kontroversen Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Erdogan spricht Jan Böhmermann über seine nächste ZDF-Sendung und Pläne in den USA. In einem Facebook-Video gibt er sich als nachdenklicher Clown.

06.05.2016

TV-Sternchen Daniela Katzenberger (29) hat für ihre Hochzeit mit Lucas Cordalis nach zahlreichen Anproben ein Brautkleid gefunden.

08.05.2016

Der Satiriker ist wieder umtriebig, nachdem er eine Pause nach dem kontroversen Erdogan-Schmähgedicht einlegte: Jan Böhmermann bietet Geld für Gags in der ersten „Neo Magazin Royale“-Ausgabe diese Woche.

08.05.2016

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus ist Spekulationen über einen Ausstieg der Bundeswehr aus der Beschaffung des Transportflugzeugs A400M wegen Triebwerksproblemen entgegengetreten.

10.05.2016

Wegen einer technischen Panne sind Kunden von Aldi Süd Beträge nach Zahlung mit EC-Karte doppelt abgebucht worden. Betroffen seien alle Verbraucher, die ihre Einkäufe am vergangenen Freitag (6.

10.05.2016

Folgende Sorten- und Devisenkurse wurden am 9.05.2016 um 16:34 Uhr festgestellt (alle Angaben in Euro): Quelle: Sorten: HSH Nordbank/Devisen: Reuters/oraise ...

09.05.2016
Anzeige