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Erfolgreicher Testlauf in Riemser Hochsicherheits-Labor

Greifswald-Riems Erfolgreicher Testlauf in Riemser Hochsicherheits-Labor

Am Institut für Tiergesundheit sind die Vorbereitungen abgeschlossen: Die Forschung mit Viren der höchsten Gefahrenstufe kann beginnen

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Greifswald-Riems. „Der Kaltlauf ist beendet, alles hat gut geklappt.“ Prof. Thomas Mettenleiter, Chef des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems, ist zufrieden. Ab jetzt stehen auch die neuen Hochsicherheitslabore für die Forschung zur Verfügung. Die langwierigen Tests für die Arbeit mit Erregern der höchsten Biosicherheitsstufe L4 sind abgeschlossen.

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Am Institut für Tiergesundheit sind die Vorbereitungen abgeschlossen: Die Forschung mit Viren der höchsten Gefahrenstufe kann beginnen

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Seit gut zwei Jahren sind die Schotten zum Herzstück der Bundesforschungseinrichtung für Tiergesundheit bereits dicht: Nachdem Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) im Mai 2014 den Neubau besichtigt hatte, ist der Hochsicherheitstrakt für die Öffentlichkeit gesperrt. Der Bund hatte 1995 beschlossen, die Tierseuchenforschung dort zu konzentrieren, wo der Entdecker des Maul- und Klauenseuche-Erregers, Friedrich Loeffler, 1910 das weltweit erste Virusforschungsinstitut gegründet hatte. Seit 2008 investierte der Bund auf dem Riems rund 350 Millionen Euro in die Forschungsstätte, die im Bereich der Wissenschaft zu den größten ostdeutschen Bauprojekten des Bundes gehört.

Nach fünfjähriger Bauzeit wurde der Neubau 2013 eingeweiht. Seitdem wird der Komplex, in dem derzeit 420 Mitarbeiter beschäftigt sind, schrittweise in Betrieb genommen. Etwa „ab dem Jahreswechsel“

wollen die Wissenschaftler nun auch zu Tierseuchen forschen, gegen die es bisher weder Therapien noch Impfungen gibt. Was besonders kritisch ist – diese Erreger können auch für den Menschen gefährlich sein. Dazu gehören zum Beispiel die asiatische Schweineseuche Nipah, das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber, das bei Rindern, Ziegen und Schafen auftritt, sowie eine besondere Ebola-Variante, die bei Schweinen auf den Phillippinen beobachtet wurde.

Mit seinen Laboren und Ställen ist der Komplex am Greifswalder Bodden in ganz Europa der einzige seiner Art, weltweit gibt es insgesamt drei solcher Einrichtungen – neben der kleinen Ostseeinsel nur noch in Winnipeg (Kanada) und Geelong (Australien). Wo in anderen L4-Laboren mit den hochansteckenden Erregern gearbeitet werde, geschehe dies zumeist über Zellkulturen. „Nicht mit Kühen, Ziegen, Schafen oder Schweinen“, betont Institutssprecherin Elke Reinking.

In der etwa zwei Jahre währenden Vorbereitungsphase wurden alle Eventualitäten durchgespielt, in den Schutzanzügen alle Handgriffe immer wieder geübt, die Lüftungs- und Entsorgungstechnik erprobt und Notfallpläne erarbeitet. Auch Rinder und Schweine wurden schon eingestallt. „Wir wollten unter anderem sehen, wie die Tiere auf die gelben Anzüge reagieren“, berichtet Elke Reinking. Mehrere Mitarbeiter reisten zur Schulung nach Kanada und Australien. Derzeit sammelt Dr. Sandra Diederich in Winnipeg Erfahrungen.

Neben der Arbeit mit den auch für den Menschen gefährlich Viren werden auf dem Riems aber auch die Forschungen zu den bisherigen Schwerpunkten fortgesetzt, so zu Maul- und Klauenseuche, Vogelgrippe, Schmallenberg-Virus, Afrikanischer Schweinepest, BSE-Rinderwahn und Blauzungenkrankheit.

Weitergeführt wird zudem die Zusammenarbeit mit regionalen Forschungseinrichtungen wie den Universitäten in Greifswald und Rostock sowie dem Leibniz-Institut in Dummerstorf bei Rostock.

Elke Ehlers

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