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Ernste Themen beim Bayerischen Fernsehpreis

München Ernste Themen beim Bayerischen Fernsehpreis

Roter Teppich, Prosecco und Häppchen - willkommen beim Bayerischen Fernsehpreis. Die Themen der ausgezeichneten Filme waren eher ernst. Der guten Laune der rund 1000 Gäste schadete das nicht. Für Unruhe sorgte nur ein plötzliches Verschwinden.

München. Beim Bayerischen Fernsehpreis standen am Freitag Filme mit politischem und ernstem Hintergrund im Mittelpunkt. Flüchtlinge, der Islamische Staat oder schwere Krankheiten - alles Themen, mit denen sich die Preisträger in ihren Werken beschäftigt hatten, etwa RTL-Chefreporterin Antonia Rados in der Reportage „Nachtjournal Spezial: Die IS Connection“.

Oder die Macher der erfolgreichen Vox-Serie „Club der roten Bänder“, in der Jugendliche auf einer Krebsstation ihrer Krankheit mit Humor und Lebensfreude trotzen. Und dann war da noch Senta Berger, von rund 1000 Gästen im Münchner Prinzregententheater umjubelt, als sie den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten entgegennahm, mit Trophäe aber ohne Preisgeld.

Energisch versuchte Berger („Unter Verdacht“) mit Gesten und einem gar nicht damenhaften Pfiff Ruhe in den Saal zu bringen, was ihr dann auch gelang. Etwas aufgeregt nahm sie ihre Porzellanfigur entgegen und sprach von ihrem ganz besonderen Glück: Eltern, die ihr Talent skeptisch, aber wohlwollend förderten. Und die Möglichkeit, aus ihren Anlagen einen Beruf machen zu dürfen. „Einen Beruf, der viel schöner ist, als ich es als junges Mädchen mir habe vorstellen können“, sagte die 75-Jährige, deren Stärke Bayerns Medienministerin Ilse Aigner (CSU) besonders beeindruckte. Sie sei eine Frau, „die weiß, was Haltung bedeutet“, würdigte die Politikerin in ihrer Laudatio.

Antonia Rados hatte die Jury mit ihrem Interview mit einem ehemaligen IS-Kämpfer beeindruckt. „Obwohl sie immer sachlich bleibt und nie die nötige journalistische Distanz preisgibt, dringt sie in den inneren Zirkel des Terrors vor und schafft es, ihren Augenzeugen ganz einfach nur zum Sprechen zu bringen“, so die Begründung. Und noch ein Journalist bekam einen der mit 10 000 Euro dotierten Preise, den Nachwuchsförderpreis: Tobias Krell für die Kindersendung „Checker Tobi Extra - Warum so viele Menschen fliehen“ - Weltpolitik aus Kindersicht.

Beste Schauspieler wurden Martin Brambach und Nina Kunzendorf. Brambach hatte drei Mal überzeugt: Als neuer „Tatort“-Kommissar in Dresden ebenso wie in der Serie „Unter Verdacht“ und mit seinem Auftritt als zwielichtiger Informant in dem ARD-Drama „Der Fall Barschel“. Kunzendorf setzte sich durch mit „Nacht der Angst“ über eine Hebamme, die nach einer Geburt verklagt wird.

Viele Filme mit ernstem Hintergrund, aber immer wieder mit Humor. Trotzdem gab es auch eine waschechte Komödie: „Vorsicht vor Leuten“ von den Drehbuchautoren Ralf Husmann und Peter Güde. Schauspieler Bjarne Mädel zollte ihnen großes Lob: „Die beiden Vollpfosten schreiben einfach so tolle Bücher, so grandiose lustige Dialoge, die in einer Welt spielen, die die beiden für authentisch halten.“ Nicht minder vergnüglich: Olli Dittrich und seine ARD-Satire „Schorsch Aigner - der Mann, der Franz Beckenbauer war“.

Eine ganz normale Preisverleihung mit schicken Abendkleidern, Glitzer, Häppchen und Prosecco. Dazu Musik, unter anderem von der Band des Schauspielers Christian Friedel, „Woods of Birnam“. Und von Frida Gold, deren Sängerin aber offensichtlich nicht so glücklich war. Nach wenigen Takten brach sie ab und verschwand einfach von der Bühne, während die Musik leise gedreht wurde. Verwunderung im Saal, bis sie Minuten später wieder zurückkehrte und kommentarlos weitermachte. Eine lustige Idee der Regie? Ein Unwohlsein? Das ließ sich erst mal nicht klären.

dpa

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