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Nachrichten Wirtschaft Es wird noch günstiger! Am Montag startet der Sommerschlussverkauf
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00:01 22.07.2016
Heike Pepic, Filial- leiterin von Karstadt Wismar Quelle: P. Preuß

SALE – schon seit Wochen prangen die vier Buchstaben wieder groß und bunt in Schaufenstern. Dabei sind Kleiderstangen mit reduzierter Ware nichts Besonderes, Schnäppchen gibt’s zu jeder Jahreszeit.

Trotzdem – Montag geht die Rabattschlacht in die nächste Runde: Am 25. Juli beginnt der alljährliche Sommerschlussverkauf (SSV), gab der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels bekannt.

Viel zu spät, wie Wismars Karstadt-Chefin Heike Pepic findet. „Wir haben schon Ende Juni die ersten Kollektionen um 30 Prozent gesenkt“, sagt die Filialleiterin. Da in anderen Bundesländern bereits Ferien sind, seien schon jetzt viele Urlauber in Wismars Innenstadt unterwegs – und offenbar auch auf Schnäppchensuche. Der frühe Start in den Schlussverkauf sei ein Erfolg, meint Pepic. „Die Kunden nehmen es sehr gut an.“ Seit gestern gibt es bei Karstadt noch einmal 30 Prozent Rabatt auf reduzierte Ware. Ob Bekleidung, Schuhe, Bademode, Handtaschen oder Sportzeug – um 50 bis 70 Prozent sei die Ware somit gesenkt. „Weiter gehen wir dann aber auch nicht mehr runter“, meint die Karstadt-Chefin.

Kay-Uwe Teetz vom Handelsverband Nord in Rostock rät Schnäppchenjägern, schnell zu sein. „Die Sommerwaren sind schon sehr gut verkauft, so viel ist gar nicht mehr da.“ Wie in Wismar hätten auch in Rostock, Greifswald, Stralsund und Schwerin viele Einzelhändler mit den Rabattaktionen früher begonnen. In kleineren Orten werden dann ab Montag die Preise kräftig purzeln. Teetz: „Es gibt ja keine festgelegten Zeiten mehr, Händler können da frei entscheiden.“

Längst beschränkt sich der Sommerschlussverkauf nicht mehr auf Textilien. Außer Lebensmittelhändlern machen alle mit, vom Möbelhaus bis zum Topfanbieter. Die knallige SALE- und SSV-Werbung sei „ein Signal an den Verbraucher“, meint Teetz. „Wir schieben jetzt günstig Ware raus, weil wir Platz für den Modellwechsel brauchen.“

Nach Verbandsschätzungen beteiligen sich in Mecklenburg-Vorpommern 75 Prozent der Händler zum Saisonschluss an Rabattaktionen. Teetz hält das alte Ritual für zeitgemäß. „Es ist ein „letzter Weckruf an die Kunden, dass es jetzt noch Sommerware gibt, danach wird auf Herbst umgestellt.“

Gerade der älteren Generation sei der Schlussverkauf vertraut. 1950 war in der Bundesrepublik eine Verordnung über Sommer- und Winterschlussverkäufe erlassen worden. An je zwölf Tagen Ende Juli und Ende Januar durften Händler saisonabhängige Ware billiger verkaufen. 2001 fiel das Rabattgesetz. Händler können seitdem weitgehend frei über Preisnachlässe entscheiden.

Kritisch beurteilt der Handelsexperte der Unternehmensberatung EY, Thomas Harms, diesen Trend. „Obwohl Preisaktionen die Marge der Händler belasten und Kunden zu Schnäppchenjägern erzogen werden, kommt der Handel von der Rabatt-Droge nicht runter“, sagt Harms. Im Gegenteil: Die Unternehmen beugten sich dem Wunsch der Konsumenten und dem Wettbewerbsdruck – in der Sorge, Marktanteile zu verlieren.

Auch reduzierte Ware darf reklamiert werden

Bei der Schnäppchenjagd achten manche Kunden besonders auf den Preis. Wer später Mängel an der Ware entdeckt, kann diese reklamieren, erklärt die Verbraucherzentrale MV. Zunächst darf die Lieferung eines mangelfreien Produkts oder eine Reparatur verlangt werden. Scheitert die Reparatur zweimal – oder auch wenn eine Ersatzlieferung fehlschlägt –, kann der Kunde den Kaufpreis mindern oder vom Kaufvertrag zurücktreten.

Elke Ehlers und Sarah Lena Grahn

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