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13:42 11.05.2017
„Die Erholung der Eurozone ist immer noch sehr unterschiedlich“, sagte Finanzkommissar Pierre Moscovici. Die EU-Kommission hob ihre Wachstumsprognose für 2017 leicht an. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
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Brüssel

Für die europäische Wirtschaft geht es langsam aufwärts. Die EU-Kommission hob ihre Wachstumsprognose für 2017 leicht an, und zwar sowohl für die Europäische Union insgesamt als auch für die Eurozone und für Deutschland.

Arbeitslosenzahlen und öffentliche Haushalte entwickeln sich ebenfalls positiv. Allerdings stiften Brexit, US-Politik und Probleme europäischer Banken weiter Unsicherheit, wenn auch etwas weniger als noch vor Monaten.

Auch klaffen die Zahlen einzelner Länder nach wie vor weit auseinander, wie Finanzkommissar Pierre Moscovici sagte: „Die Erholung der Eurozone ist immer noch sehr unterschiedlich.“ Die Unterschiede müssten ausgeglichen werden. Der Franzose warb unter anderem für eine „tiefgreifende Reform der Eurozone“ und zeigte sich offen für Pläne des künftigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Für Deutschland erwartet die Kommission dieses Jahr 1,6 Prozent und nächstes Jahr 1,9 Prozent Wirtschaftswachstum. Damit sieht sie die Lage rosiger als die Bundesregierung, die von 1,5 Prozent für 2017 und 1,6 Prozent für 2018 ausgeht.

Für die 19 Länder der Eurozone rechnet die Kommission mit 1,7 Prozent Wachstum für dieses und 1,8 Prozent für nächstes Jahr. In ihrer Winterprognose für 2017 waren nur 1,6 Prozent veranschlagt. Damals ging die Brüsseler Behörde für die gesamte EU mit ihren derzeit 28 Ländern von jeweils 1,8 Prozent für beide Jahre aus - nun von je 1,9 Prozent.

„Europa verzeichnet nun bereits im fünften Jahr in Folge Wachstum“, lobte Moscovici. Er führte dies auf die „akkomodierende Geldpolitik“ zurück, also auf die extrem niedrigen Zinsvorgaben der Europäischen Zentralbank. Zugleich konstatierte er starkes Vertrauen der Unternehmen und Verbraucher sowie eine Verbesserung des Welthandels.

Die Inflationsrate dürfte nach Erwartung der Brüsseler Behörde von 0,2 Prozent im vergangenen Jahr auf 1,6 Prozent im laufenden Jahr in die Höhe schnellen, vor allem wegen hoher Ölpreise. 2018 soll sie dann wieder auf 1,3 Prozent schrumpfen. Damit bliebe sie unter der von der EZB anvisierten Marke von knapp 2 Prozent, gäbe also kein eindeutiges Signal, die extrem lose Geldpolitik zu zügeln.

Sorgenkind in der Eurozone bleibt Italien mit einer schwachen Wachstumsprognose von nur 0,9 Prozent 2017 und einer hohen Arbeitslosenrate von 11,5 Prozent. Etwa doppelt so hoch setzt die Kommission die Arbeitslosenrate im überschuldeten und wirtschaftlich angeschlagenen Griechenland an, nämlich bei 22,8 Prozent. Die lange Unsicherheit über den erwarteten Schuldendeal mit Griechenlands Gläubigern dämpfte dort auch die Konjunktur, so dass die Kommission ihre Prognose für 2017 von 2,7 auf 2,1 Prozent senkte. Trotzdem äußerte sich Moscovici positiv über die Entwicklung und forderte von Athens Partnern Solidarität.

Überdurchschnittliches Wachstum in Europa dürfen laut Prognose mit jeweils mehr als vier Prozent Irland, Luxemburg, Malta und Rumänien erwarten. Die Weltwirtschaft - ohne Europa - wird nach Einschätzung der EU 2017 um 3,7 und 2018 um 3,9 Prozent zulegen. Für die USA sagt die EU für dieses Jahr 2,2 und für nächstes 2,3 Prozent Wachstum vorher.

dpa

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