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Wirtschaft Europas Automarkt rauscht weiter talwärts
Nachrichten Wirtschaft Europas Automarkt rauscht weiter talwärts
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12:17 18.04.2013
Die Lage auf den europäischen Automärkten wird immer trostloser. Zum 18. Mal in Folge sinkt der Absatz. Foto: Ingo Wagner
Brüssel

Im März wurden in der Europäischen Union (EU) mit gut 1,3 Millionen Pkw 10,2 Prozent weniger Autos neu zugelassen als ein Jahr zuvor. Das war bereits der 18. Rückgang in Folge, wie der europäische Branchenverband Acea in Brüssel mitteilte. Im ersten Quartal rauschten die Neuzulassungen um 9,8 Prozent in die Tiefe.

Die Folge der Krise sind teure Überkapazitäten, einzelne Hersteller haben bereits Werksschließungen angekündigt. Außerdem herrscht in Märkten wie Deutschland eine Rabattschlacht, um die Autos in den Markt zu drücken. Dies wiederum drückt auf die Erträge.

Für die nächsten Monate hatte die Branche ursprünglich mit einem

Aufwärtstrend gerechnet - doch der scheint auszubleiben. „Auch in den kommenden Monaten erwarten wir wenig Rückenwind“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche kürzlich. „Insbesondere für die Lkw- und Pkw-Märkte in Europa gibt es keine Anzeichen für eine Trendwende.“ Die Stuttgarter stellen deswegen sogar ihre Gewinnprognose für 2013 auf den Prüfstand.

Dabei kamen sie unter den deutschen Herstellern bislang noch am

besten weg: In den ersten drei Monaten blieb ihr EU-Absatz stabil,

Konkurrent BMW hielt sich indes nur knapp unter dem Vorjahresniveau.

Europas größter Autobauer Volkswagen lieferte in den ersten drei Monaten dagegen konzernweit 7,5 Prozent weniger Autos in der EU aus als ein Jahr zuvor. Vor allem die Märkte in Westeuropa blieben „von teils großen Unsicherheiten geprägt“, hatte Vertriebsvorstand Christian Klingler bereits gesagt. Und die Aussichten sind weiterhin düster: „Der Einzelmonat März zeigt zudem deutlich, dass die Märkte noch schwieriger werden.“

Unangefochtener Marktführer bleiben die Wolfsburger trotzdem. Sie

konnten ihren Anteil am europäischen Autokuchen sogar leicht

ausbauen, während die Konkurrenten um die Krone des weltgrößten

Autobauers Anteile verloren. Bei der Opel-Mutter General Motors

sackten die Europa-Verkäufe 2013 bislang um knapp 13 Prozent ab. Bei der GM-Tochter Opel ging der Absatz um fast 8 Prozent zurück. Die

weltweite Nummer eins Toyota büßte fast 18 Prozent ein.

Der US-Hersteller Ford verlor in der EU ein Fünftel seines Absatzes. Auch die europäische Konkurrenz von Renault, PSA Peugeot Citroën und Fiat büßte stärker ein als VW. Kräftige Zuwächse konnten

in den ersten drei Monaten nur die Nobelmarken Jaguar und Landrover

sowie der japanische Hersteller Honda verzeichnen.

Europaweit stemmt sich praktisch nur der britische Markt dem

Abwärtstrend entgegen: Im Vereinigten Königreich legten die Verkäufe

im ersten Quartal um 7,4 Prozent zu. Dagegen sackten sie in

Deutschland bislang um knapp 13 Prozent in den Keller, im März waren

es sogar minus 17 Prozent.

Auf den weltweit größten Einzelmärkten sieht es dagegen deutlich

besser aus: In den USA stieg der Absatz im März um gut 3 Prozent.

Auf dem wichtigsten Einzelmarkt China kletterte der Absatz nach Zahlen des dortigen Branchenverbandes CAAM sogar um 13 Prozent. Dagegen gingen die Neuzulassungen in Japan (-11,0 Prozent), Indien (-13,0 Prozent), Russland (-3,6 Prozent) und Brasilien (-5,4 Prozent) zurück, wie der deutsche Branchenverband VDA meldete.

Konzerne wie Volkswagen, aber auch BMW und Daimler profitieren von ihrer starken internationalen Aufstellung, vor allem in China und den USA. Damit können sie die Rückgänge derzeit noch wettmachen. Autobauer wie PSA und Opel dagegen, die vom europäischen Markt abhängen, stecken in der Krise fest.

dpa

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