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Exportschlager Windenergie: MV-Firmen erfolgreich im Iran

Rostock/Teheran Exportschlager Windenergie: MV-Firmen erfolgreich im Iran

Im Ölstaat entstehen Windparks mit Know-how aus Rostock / Minister Pegel für Wissenstransfer

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Verhandeln unter den Porträts von Revolutionsführer Chomeini (l.) und Religionsführer Ali Chamenei: Delegation mit MV-Energieminister Christian Pegel (3.v.l.) und anderen deutschen Politikern.

Quelle: Götz Schleser

Rostock/Teheran. MV-Firmen auf Erfolgstour in Asien: Konkrete Aufträge können Teilnehmer einer Delegation aus Politik und Wirtschaft derzeit im Iran verbuchen. Die Firma W2E Wind to Energy aus Rostock liefert technisches Know-how für einen 100-Megawatt-Windpark, ZWE, ebenfalls aus Rostock, soll im Iran einen Windpark über 25 Megawatt planen. Bis zu 8000 Megawatt Leistung wollen die Iraner in den nächsten Jahren aus erneuerbaren Energien installieren. MV wird ein Lieferant sein.

„Überrascht“ ist Torsten Schütt von W2E vom gestrigen Besuch im iranischen Energieministerium. Die Politiker im Land, in dem Erdöl und -gas reichlich vorhanden sind, hätten klare Vorstellungen, wie sie mit Windkraft- und Solarenergienutzung vorankommen. „Sie haben erkannt, dass fossile Energien auf Dauer nicht gut sind für das Klima“, so Schütt. Das Interesse sei groß an technischen Möglichkeiten made in Germany. W2E liefert das Wissen für Windenergieanlagen. 40 Windräder zu je 2,5 Megawatt Leistung sollen im Iran errichtet werden. „Zwölf stehen bereits“, so Schütt. „Wir wollen das ausbauen.“ Denn der Markt sei reizvoll: Wie in Deutschland gebe es eine staatlich garantierte Einspeisevergütung. Seit drei Jahren ist die Rostocker Firma im Iran aktiv, dennoch nahm Schütt das Angebot für die Reise mit MV-Energieminister Christian Pegel (SPD) und Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph (CDU) gern an. Sechs Gespräche hat er mit Vertretern iranischer Firmen. Die Firma ZWE wolle zunächst einen Windpark mit zehn Anlagen bauen, sagt Geschäftsführer André Winkler. Von einem „Exportschlager“ spricht Pegel beim Know-how der Windenergie. „Wenn wir in den Wissens- und Technologietransfer einsteigen, dann birgt dies enorme Wertschöpfungspotenziale“, so der Minister. „Heute zeigt sich, dass die Entscheidung, die Energiewende voranzutreiben, richtig war.“

Mit Irans Vizeminister für Energie Homayoun Haeri sei eine Kooperation auf Wissenschafts-Ebene vereinbart worden. Es soll Kontakt zur Universität Rostock aufgenommen werden. Pegel: „Mit Professuren zu Erneuerbaren Energien und zu Netz- und Speichertechnologien können wir ein breites Angebot an den Iran machen.“

Weitere Firmen haben auf der Reise Einladungen zu weiteren Gesprächen erhalten. Sowohl mit der Schweriner Airsense Analytics GmbH als auch mit der RST Rostock System-Technik GmbH solle dabei die Möglichkeit konkreter Geschäftsbeziehungen ausgelotet werden. Dabei handelt es sich um einen Hersteller von Gefahrenstoffdetektoren, Sprengstoff, Drogen oder Chemikalien und einen von Simulatoren für Flugzeugcockpits.

Noch bis morgen ist die Delegation der Länder MV, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Iran. Darunter sind gut 40 Teilnehmer aus dem Nordosten, Vertreter der IHK, von Planungs-, Logistik-, Medizintechnik- oder Windanlagenbau-Unternehmen. Der Iran habe „großes wirtschaftliches Potenzial“, so Staatssekretär Stefan Rudolph.

Erst vor kurzem fielen die Sanktionen gegenüber dem Land, das zuvor die Weltgemeinschaft mit eigenem Atomprogramm provoziert hatte. Nun hat ein Wettlauf um die Gunst des Irans begonnen.

MV-Handel mit Iran vor allem bei Getreide

2,5 Milliarden Euro Handelsumsatz haben Deutschland und der Iran derzeit pro Jahr. Aus MV kommen vor allem Weizen, Gerste und medizinische Geräte. Die deutsche Botschaft im Iran sieht gute Chancen für ein Engagement deutscher Firmen dort.

Trotz der Aufhebung der westlichen Sanktionen behindern die USA nach iranischen Angaben noch immer die Zusammenarbeit im Bankensektor. Die USA müssten westlichen Geldinstituten garantieren, dass ihnen bei einer Kooperation keine US-Strafen mehr drohten, forderte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif.

Frank Pubantz

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