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Schließfächer bieten keine absolute Sicherheit

Banken Schließfächer bieten keine absolute Sicherheit

In einem Schadensfall haften viele Banken unterschiedlich. Eingelagertes Bargeld ist häufig nicht mitversichert.

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In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach Schließfächern stark gestiegen.

Quelle: Foto: LVZ

Berlin. Was tun, wenn der Keller der örtlichen Bank unter Wasser steht und die Schließfächer geflutet werden? Bislang dürften die meisten Kunden gedacht haben, dass sie über die Miete für das Fach automatisch abgesichert sind. Doch seit bekannt geworden ist, dass die Kunden einer Sparkassenfiliale in Bad Salzdetfurth (Kreis Hildesheim) nach einem Hochwasserschaden selbst für ihre Verluste geradestehen müssen, kommen Fragen auf.

Das Hochwasser Ende Juli hatte in der Zweigstelle der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine den Tresorraum mit 280 Schließfächern geflutet. Allerdings hatte das Institut die Fächer nicht gegen Elementarschäden versichert. Erstatten will die Sparkasse ihren Kunden 50 Euro „für die entstandenen Unannehmlichkeiten“. Wolfgang Heidecke, der nach eigenen Angaben eine Briefmarkensammlung seines verstorbenen Vaters in seinem Schließfach untergebracht hatte, deren Wert er auf 20 000 Euro schätzt, beklagt: „Man fühlt sich schlecht behandelt.“ Von der Sammlung sei nur noch ein Papierklumpen übrig.

Auf Kleingedrucktes achten

Schließfächer erleben derzeit in Deutschland eine Renaissance. Angesichts der niedrigen Zinsen legen immer mehr Bürger ihre Ersparnisse in Gold oder Wertgegenständen an, die sicher untergebracht werden sollen. „Die Nachfrage nach Bankschließfächern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen“, sagt Julia Topar vom Bundesverband deutscher Banken. Doch auch ein Schließfach bietet keine absolute Sicherheit, wie spätestens der Fall in Bad Salzdetfurth zeigt. Die Haftung ist von Bank zu Bank unterschiedlich geregelt und sollte unbedingt vorab geklärt werden. Denn nicht immer sind die Wertgegenstände automatisch über die Schließfachmiete versichert. „Es kommt auf den Vertrag an“, sagt Topar. Bei manchem Institut sei eine Versicherung im Mietpreis enthalten, bei anderen nicht. „Wichtig ist, das Kleingedruckte zu lesen“, rät Markus Feck von der Verbraucherzentrale. Dabei sei eine Versicherung für den Banksafe fast immer recht einfach direkt über die Bank zu bekommen, sagt Kerstin Backofen von der Stiftung Warentest. Viele Banken versichern allerdings kein Bargeld, weil der tatsächliche Schaden im Fall des Falles kaum nachzuweisen ist.

Die Versicherung hilft bei Schäden durch Raub, Feuer, Leitungswasser und Diebstahl. Teilweise erstreckt sich der Schutz auch auf Schäden durch Blitzschlag oder Rauch. Bevor Interessenten die Versicherung für ein Bankschließfach zusätzlich abschließen, sollten sie sich aber bei ihrer Hausratsversicherung erkundigen. Denn in vielen Fällen sei der Inhalt eines Bankfachs dort mit abgesichert, erklärt die Expertin Topar.

Wertgegenstände auflisten

Kunden sollten im Vorwege unbedingt eine Liste der deponierten Wertgegenstände aufstellen, rät Feck, „am besten mit Fotos“. Julia Topar vom Bankenverband empfiehlt zusätzlich, die verwahrten Wertsachen auf einer Tageszeitung zu fotografieren – „dann ist das aktuelle Datum sichtbar, und man kann im Fall der Fälle belegen, was an einem bestimmten Tag in dem Schließfach war“.

Von Sabine Meuter

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