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00:01 13.02.2018
Arbeitgeber können sogar Dienstleister für ihre Angestellten sein.Tobias Blömer, „Die Rostocker“ Wurst- und Schinkenspezialitäten Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Zuschuss zu Fitnessstudio und Kita-Platz, Tickets für den Nahverkehr, kostenfreie Parkplätze: Firmenchefs sollten künftig mehr darüber nachdenken, wie sie ihren Mitarbeitern den Job schmackhaft machen können. Bei wachsendem Fachkräftemangel sei die „Mitarbeiterpflege“ das Thema der kommenden Jahre oder sogar Jahrzehnte, meint Tobias Blömer, Vorsitzender des Agrarmarketing-Vereins MV in Rostock-Bentwisch.. Dazu gehöre, dass die Arbeitgeber dort, wo es angemessen ist, ihren Angestellten im privaten Umfeld entgegenkommen, sagte Blömer.

So könnten Mitarbeiter ihre Pakete in die Firma schicken lassen. „Wir haben ja einen Pförtner, der kann die annehmen“, sagt der Geschäftsführer von „Die Rostocker“. Es gebe auch Vereinbarungen mit Reifenhändlern, die während der Arbeitszeit kommen und Reifen wechseln. „So können die Mitarbeiter ihre Freizeit besser nutzen.“ In gewissen Grenzen könne der Arbeitgeber so sogar „zum Dienstleister“

für seine Angestellten werden.

Bei der Werbung um Mitarbeiter gehe es nicht nur um das Gehalt, sondern auch um sogenannte Work-Life-Balance. „Wie können wir unseren Leuten entgegenkommen, wie können wir sie qualifizieren“ seien wichtige Fragen, die der Agrarmarketing-Verein – ein Netzwerk aus 120 Firmen und Organisationen – beim Norddeutschen Ernährungsgipfel am 10. April in Rostock in den Mittelpunkt stellen will.

Andere Branchen haben das Thema ebenfalls stark im Fokus: In allen Gesundheitsberufen herrscht „Mangel am Arbeitskräftemarkt“, sagt Prof. Claus-Dieter Heidecke, Ärztlicher Vorstand der Greifswalder Universitätsmedizin. Da müsse man zeigen, was man Besonderes zu bieten habe – eine Kita direkt neben dem Campus zum Beispiel und ein spezielles Service-Büro für Mitarbeiter, das bei verschiedensten Dingen unterstützt, von Schulung und Weiterbildung bis zur Suche einer neuen Wohnung. Außerdem punktet das Klinikum mit vielem, was der Gesundheit der Angestellten dient: Aqua-Gymnastik, Yogakurs, Zuschüsse zu Sportvereinen.

Aida Cruises, größter Arbeitgeber in MV, habe ein „ganzes Paket“ geschnürt, wie Kommunikationschef Hansjörg Kunze sagt. Mit betrieblicher Altersvorsorge, Reisen zu Sonderkonditionen, Mittag im attraktiven Mitarbeiterrestaurant, Einladungen zu Firmen-Events und Gesundheitstagen. Auch kostenfreie Parkplätze wüssten die Mitarbeiter zu schätzen und die private Nutzung von Rädern und Firmenwagen.

Doch auch kleine Firmen ziehen mit: Die Gesundheit seiner Mitarbeiter liegt Michael Kuhn, Chef der Projekt RK GmbH in Stäbelow (Landkreis Rostock) dabei am Herzen. Seit mehreren Jahren zahlt die Messebaufirma Nichtraucher-Prämien. „Wer nicht raucht, bekommt am Jahresende 250 Euro Prämie“, sagt Kuhn. Zehn der etwa 15 Raucher in der 44 Mitarbeiter zählenden Firma habe das schon motiviert, sich das Rauchen abzugewöhnen. Jungen Eltern zahlt der Betrieb einen Teil der Kinderbetreuungskosten. Wer „nachhaltig“ zur Arbeit kommt – mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Rad oder Fahrgemeinschaft – erhält 200 Euro Prämie. Kuhn: „Ein Prozent unseres Umsatzes stecken wir in diese soziale Nachhaltigkeit.“

Umworben werden müsse unbedingt der Berufsnachwuchs, weiß Frank Wegner, Chef der Torney Landfleischerei in Altentreptow (Seenplatte). Die Firma mit 150 Mitarbeitern, die auch in Rostock, Sanitz und Rövershagen Filialen betreibt, zahlt Auszubildenden Unterkunft und Fahrt zur Berufsschule. Wegner betont: „Arbeit in der Fleischerei ist schwer, ein gutes Betriebsklima ist da umso wichtiger.“ Für die Stammbelegschaft gebe es Zuschüsse zu Rückenschule, Fitnesskurs und Sportstudio.

Elke Ehlers und Joachim Mangler

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