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Wirtschaft Firmenpleiten: Start-up-Verband fordert „Zweite Chance“
Nachrichten Wirtschaft Firmenpleiten: Start-up-Verband fordert „Zweite Chance“
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09:12 18.04.2017
Insolvenzbeschluss eines Amtsgerichtes. Laut Statistischem Bundesamt gab es im vergangenen Jahr 21 518 Firmenpleiten, 2015 noch 23 101. Quelle: Oliver Berg
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Berlin/Cottbus

Der Bundesverband Deutsche Startups fordert mehr gesellschaftliche Akzeptanz für Firmenpleiten. „Wir brauchen eine Kultur des Scheiterns in Deutschland oder wenn man es optimistischer formulieren möchte: Eine Kultur der zweiten Chance“, teilte der Verband in Berlin mit.

In der Start-up-Szene werde Scheitern bereits als wertvoller Erfahrungsvorsprung verstanden. „Verlässt man allerdings dieses Ökosystem, trifft man immer noch häufig auf Stigmatisierung.“

Als ein Konzept für mehr Mut rund ums Scheitern gelten sogenannte Fuck-up-Nights, bei denen Unternehmer zum Beispiel in Bars oder Clubs von ihren Firmenpleiten berichten. Das vor Jahren in Mexiko entstandene Konzept ist immer häufiger in deutschen Städten zu finden, zuletzt etwa im brandenburgischen Cottbus. Mehrere Redner sprechen dabei nacheinander von ihren gescheiterten Firmen und antworten auf Fragen aus dem Publikum. Fuck up heißt übersetzt ungefähr so viel wie etwas versauen oder Mist bauen.

In Deutschland sind die Zahlen der Firmeninsolvenzen rückläufig. Laut Statistischem Bundesamt gab es im vergangenen Jahr 21 518 Firmenpleiten, 2015 noch 23 101.

Die Unternehmensgruppe Creditreform zählt in einer Analyse zu Insolvenzen 2016 risikobehaftete Branchen in einer Top-Ten-Liste auf. An erster Stelle stehen dort Umzugstransporte, gefolgt von Bars, Post- und Kurierdiensten sowie Detekteien. Auch Diskotheken, Restaurants und Cafés sind darunter.

Die Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel geht für 2017 weiter von einem Rückgang bei Firmenpleiten aus. Am Jahresende könnte die Zahl etwa bei rund 21 000 liegen, heißt es. Zu den gefährdeten Branchen zählt Bürgel den Textilhandel wegen Konkurrenz aus dem Internet und die Bereiche Logistik sowie Baugewerbe wegen hoher Kosten und Wettbewerbsdruck.

dpa

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