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Fischer in MV frustriert über gesenkte Herings-Quote

Hamburg/Sassnitz Fischer in MV frustriert über gesenkte Herings-Quote

2018 wird wegen stark gesenkter oder den weiterhin niedrigen Fangmengen zum Überlebenskampf für viele Ostseefischer.

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Fischer holen Anfang März auf einem Kutter der Fischereigenossenschaft Freest Heringsnetze aus der Ostsee. Die neuen Ostsee-Fangquoten für 2018 machen ihre Arbeit noch komplizierter.

Quelle: Foto: Jens Büttner/dpa

Hamburg/Sassnitz. . Enttäuscht und frustriert sind die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern über die verfügte massive Absenkung der Heringsquote. Die soll nach dem Willen der EU um dramatische 39 Prozent in der westlichen Ostsee gesenkt werden. In der Nacht zu Dienstag hatten die EU-Fischereiminister in Luxemburg die neuen erlaubten Gesamtfangmengen beschlossen – und zwar auf Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) hin.

„Keiner ist glücklich über die Kürzung. Viele Fischer haben Existenzängste, wie sie das Jahr überstehen sollen“, sagte gestern der Chef der Fischereigenossenschaft Freest (Kreis Vorpommern-Greifswald), Michael Schütt. Allein die 26 Fischer der Genossenschaft müssten 2018 mit Umsatzeinbußen von 350000 Euro rechnen. Landesweit könnten sich die Einbußen auf 1,6 Millionen Euro belaufen. Schütt, der auch stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der Kutter- und Küstenfischer MV e.V. ist, forderte Ausgleichszahlungen als Kompensation – ähnlich, wie sie 2016 für den Dorsch gezahlt wurden. „Wir können die Verluste nicht durch den Fang anderer Arten kompensieren.“ Die Kutter- und Küstenfischerei sei auf die Hilfe der Politik angewiesen.

Nach Einschätzung des Deutschen Fischerei-Verbandes sind die Einschnitte für die Fischer an der Ostseeküste gravierend. „Mit den nun verabschiedeten Gesamtfangmengen können wir nicht leben, werden aber alles daransetzen, das nächste Jahr zu überleben“, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Kutter- und Küstenfischerei, Dirk Sander. Wichtig sei, das 2017 begonnene Nothilfeprogramm für die Dorschfischerei weiterzuführen und auf die Heringsfischerei auszuweiten.

Für Fischereigenossenschaften von Wismar über Stahlbrode bis Vitte (Hiddensee) sind die drastischen Einschnitte bei den Fangquoten katastrophal, ja, existenzbedrohend. Dorsch und Hering sind für sie die Brotfische. Doch während die Kosten steigen, fehlen die Einnahmen. Die gekürzte Dorschquote bedeutet für die Fischer von MV weiter einen Gesamtfang von nur 361 Tonnen. Bereits im Vorjahr war für den Dorsch in der westlichen Ostsee die Gesamtfangmenge um 56 Prozent auf die 361 Tonnen gekürzt worden. Dieser Stand bleibt 2018 unverändert, obwohl sich der Bestand aufgrund besserer Nachwuchsjahrgänge erhole.

Beim westlichen Hering sei zu bezweifeln, ob es dem Bestand tatsächlich so schlecht gehe, wie von ICES-Meeresforschern behauptet. „Die Fänge an den Rügen’

schen Außenküste in diesem Frühjahr waren gut, nur im Greifswalder Bodden waren wenige Heringe zu fangen“, hieß es. Der Grund sei eher in wachsenden Robbenbeständen in der Region und dem Kormoranbrutbestand zu sehen, der 2017 einen Höchstwert erzielt habe.

Im Landesverband der Kutter- und Küstenfischer MV sind 14 Fischereigenossenschaften (FG) organisiert. Im Nordosten arbeiten derzeit 146 Kutter- und Küstenfischer im Haupterwerb – noch.

Heringsfangquote stark gesenkt, Dorschquote bleibt niedrig

Der EU-Ministerrat hat in der Nacht zu Dienstag die Gesamtfangmengen für Hering und Dorsch für das Jahr 2018 beschlossen.

Hering: Die Quote für Heringe in der westlichen Ostsee wird um 39 Prozent gekürzt, in der mittleren Ostsee um 20 Prozent erhöht.

Dorsch: Die Fangmenge bleibt wie 2016 und 2017 auch 2018 um

56 Prozent gekürzt.

Aal: Die EU-Kommission plädiert für ein Ostsee-Fangverbot des beliebten Speisefischs. Die Fischereiminister lehnten dies ab. Sie wollen eine gesamteuropäische Lösung.

Martina Rathke und Jürgen Schultz

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