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Wirtschaft Fleischskandal: Ein Drittel will auf Fertigprodukte verzichten
Nachrichten Wirtschaft Fleischskandal: Ein Drittel will auf Fertigprodukte verzichten
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11:07 06.03.2013
Lasagne und andere Fertiggerichte wurden aus dem Handel genommen, weil sie Pferdefleisch enthielten. Foto: Roland/Archiv
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Nürnberg

60 Prozent hätten allerdings grundsätzlich kein Problem damit, Pferdefleisch zu essen, teilte das Marktforschungsinstitut GfK am Dienstag in Nürnberg mit. „Es muss aber gesundheitlich unbedenklich und entsprechend deklariert sein.“ Die Metzger in Deutschland erwarten, dass nach dem Skandal neue Kunden in die Fachgeschäfte kommen.

„Lebensmittelskandale führen dazu, dass Verbraucher bewusster essen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Fleischer-Verbandes, Martin Fuchs, in München. Kunden seien dann eher bereit, höhere Preise für Lebensmittel aus dem Fachhandel zu zahlen. „Es geht aber nicht so weit, dass wir uns Skandale herbeiwünschen.“ Denn langfristig könnten sie dem Ansehen der Lebensmittelbranche schaden, sagte Fuchs.

Der Fleischverzehr in Deutschland ging dem Verband zufolge im vergangenen Jahr weiter zurück. Rein statistisch aß jeder Bundesbürger nur noch 59,6 Kilo Fleisch und damit 1,4 Kilo weniger als im Vorjahr. Vor allem Schweinefleisch landete seltener auf den Tellern: Im Durchschnitt verspeiste jeder Verbraucher davon 38 Kilo, im Vorjahr waren es 1,3 Kilo mehr. Zugelegt haben hingegen Kalb-, Rind-, und Geflügelfleisch.

Der Pferdefleisch-Verzehr liegt nach Schätzungen des Fleischer-Verbandes derzeit bei nur rund 25 Gramm pro Kopf und Jahr. Im Jahr 1950 seien es noch rund 600 Gramm gewesen. Im Laufe der Zeit sei die Zahl aber wegen des größeren Angebots anderer Fleischarten immer weiter zurückgegangen.

Der GfK zufolge stehen Männer, Kinderlose und ältere Menschen dem Verzehr von Pferdefleisch aufgeschlossener gegenüber als Jüngere, Eltern oder Frauen. Die repräsentative Umfrage der Marktforscher, laut der ein Drittel auf den Kauf von Fertiggerichten mit Fleisch verzichten will, wurde Ende Februar durchgeführt. Rund zwei Wochen zuvor war auch in Deutschland Pferdefleisch in Rinderhack entdeckt worden. Die Marktforscher wissen jedoch aus Erfahrung, dass die guten Vorsätze der Verbraucher meist nicht allzu lange halten. Erst vergangene Woche hatte GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth der dpa gesagt: „Wir wissen von früheren Skandalen, dass das Verhalten in aller Regel doch wieder relativ schnell zum Normalzustand zurückpegelt, wenn das ganze Medienecho nachlässt.“

Unterdessen wurde bekannt, dass bei einer Untersuchung von 150 Lebensmittelproben in Berlin zwei Dönerspieße, ein Fertiggericht, Corned Beef aus der Dose und ein Produkt aus frischem Hack positiv auf Spuren von Pferdefleisch getestet worden waren. Auch in Estland nahmen zwei der größten Supermarktketten Konserven aus den Regalen. In Litauen war in den Produkten des selben Herstellers zuvor Pferdefleisch entdeckt worden. Die Proben aus Estland seien nun zur Analyse nach Deutschland unterwegs, berichtete der estnische Rundfunk.

dpa

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