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Flexstrom-Pleite: 10 000 Kunden im Land fürchten um ihr Geld

Rostock Flexstrom-Pleite: 10 000 Kunden im Land fürchten um ihr Geld

Mit der Insolvenz verlieren etliche Verbraucher ihre Vorauszahlungen. Der Billigstrom-Anbieter berät indes über Optionen für eine Betriebsfortführung.

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Horst-Ulrich Frank, Verbraucherzentrale

Quelle: Verbraucherzentrale

Rostock. Nach der Flexstrom-Pleite bangen rund 10 000 Kunden in Mecklenburg-Vorpommern um ihr Geld. Der Stromversorger hatte am vergangenen Freitag samt der Tochterunternehmen OptimalGrün und Löwenzahn Energie Insolvenz angemeldet. Damit sind womöglich auch die Vorauszahlungen etlicher Kunden weg. Viele zahlten für ihren Strom ein ganzes Jahr im Voraus. Verlust: mehrere hundert Euro pro Kunde.

Die Zukunft von Flexstrom ist indes noch nicht geklärt, sagt Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger. „Der Geschäftsbetrieb läuft. Wir prüfen die Fortführungsoptionen.“ Ergebnisse könnte es schon Mitte dieser Woche geben, so der Anwalt der Berliner Sozietät White&Case. Gerettet scheint indes die Flexstrom-Tochter Flexgas: Ein Schweizer Investor wolle das Unternehmen weiterführen, heißt es.

Trotz Insolvenz: Die Verträge der bundesweit mehr als 500 000 Flexstrom-Kunden bleiben gültig. Kündigungen sind nur in den vertraglich festgelegten Fristen möglich. Gibt der Insolvenzverwalter aber bekannt, dass Flexstrom nicht mehr liefern kann, sollten Kunden schnell handeln. „Verbraucher sollten den Termin als Grund für eine außerordentliche Kündigung ihres Vertrages nutzen, die Einzugsermächtigung kündigen und nicht mehr zahlen,“ rät Horst-Ulrich Frank, Energieexperte der Verbraucherzentrale MV. Auf größere Vorauszahlungen sollten Kunden in jedem Fall verzichten. Und:

Keiner müsse befürchten, bald im Dunkeln zu sitzen. Noch liefert Flexstrom. Im Ernstfall springe der örtliche Grundversorger ein. Verbraucher, die bei Flexstrom schon in Vorkasse gingen, müssten dann womöglich doppelt zahlen.

Besonders bitter: Mit Stromanbieter-Insolvenzen haben viele Betroffene schon Erfahrung. „Als Teldafax pleiteging, sind 40 Prozent der Kunden zu Flexstrom gegangen. Unverständlich“, sagt Frank. Diesen Sparkurs müssen sie nun abermals teuer bezahlen. Doch eine Chance bleibt: Wer erst kürzlich gezahlt hat, kann die Überweisung binnen acht Wochen zurückbuchen lassen.

Auch Grit Gehlen aus Neubrandenburg gehört zu den Kunden in MV, die auf Geld von Flexstrom warten. Immerhin 370 Euro Rückzahlung inklusive 130-Euro-Bonus stehen aus. Zumindest der große Verlust aber bleibt ihr erspart: Ihr Vertrag lief zum Jahreswechsel aus. Auch sie ging 2012 mit 700 Euro in Vorkasse. „Das würde ich nicht mehr machen“, sagt die Mitarbeiterin von Gruender-mv.de.

Von der Pleite profitieren könnte hingegen die Konkurrenz. Versorger wie die Wemag werben offensiv um Kunden des Billiganbieters.

Verbraucherschützer warnen vor Vorkasse
Mit dem Vorkasse-Modell finanzieren Anbieter wie Flexstrom laut Verbraucherzentrale offenbar den teuren Kundenfang. Vermeintlich günstige Lockangebote bringen immer wieder Neukunden, die mit ihren sofortigen Zahlungen die Liquidität des Unternehmens sichern.

Bei einer Insolvenz ist das im Voraus gezahlte Geld der Kunden allerdings meist weg. Deshalb raten Verbraucherzentralen Kunden davon ab, in Vorkasse zu gehen. Wer via Internet nach einem neuen Stromanbieter sucht, sollte sich auch von jährlichen Boni nicht locken lassen.

Antje Bernstein

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