Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Flucht aus Abschiebe-Unterkunft: Chaos am Flughafen Hamburg
Nachrichten Wirtschaft Flucht aus Abschiebe-Unterkunft: Chaos am Flughafen Hamburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:43 10.11.2017
Vor dem Helmut-Schmidt-Airport in Hamburg: Der Flughafen ist am Abend gut eine Stunde lang gesperrt worden, weil Personen das Rollfeld betreten hatten. Quelle: Daniel Bockwoldt
Hamburg

Acht Flüge gestrichen, zwölf Flüge verspätet: Die Flucht eines abgelehnten Asylbewerbers aus Albanien aus einer Abschiebe-Einrichtung am Hamburger Airport hat am Donnerstagabend erhebliche Probleme im Flugbetrieb verursacht. Es war befürchtet worden, dass er aufs Rollfeld gelaufen sein könnte.

Nach Angaben der zuständigen Hamburger Innenbehörde wurde ein 24-jähriger Algerier am Zaun der Abschiebe-Einrichtung entdeckt. Er gab später zu, dem Albaner über den Zaun geholfen zu haben.

Am Hamburger Flughafen war vor etwa einem Jahr die bundesweit erste Abschiebe-Unterkunft eröffnet worden. Es ist nicht das erste Mal, dass jemand von dort verschwindet. So soll es nach unbestätigten Berichten bereits zwei, drei Fälle in der Vergangenheit gegeben haben. Deshalb soll in der kommenden Woche über bauliche Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit beraten werden, sagte die Sprecherin.

Nach dem 22-jährigen Albaner wird noch gesucht. Er hatte seine Flucht offensichtlich gut vorbereitet. So war sein Bett in seinem Zimmer so gemacht, dass es aussah, als würde er dort schlafen, wie eine Sprecherin der Innenbehörde sagte. Als feststand, dass er verschwunden war, wurde der Flughafen informiert, da die Gefahr bestand, dass er aufs Rollfeld gelaufen seien könnte.

Nach Angaben des Flughafens und der Bundespolizei wurde der Flugverkehr um 20.15 Uhr eingestellt. Einsatzkräfte der Bundespolizei suchten das Areal ab, die Flughafenfeuerwehr leuchtete nach Angaben eines Bundespolizeisprechers das Rollfeld mit Scheinwerfern aus. Um 21.35 sei die Suche beendet worden.

Am Flughafen wurden die aufgeschobenen Flüge dann nach und nach abgearbeitet. Die Passagiere mussten in der Zwischenzeit im Terminal warten. „Das ist für die Fluggäste unangenehm, aber die meisten haben Verständnis, weil es sich um eine Sicherheitsfrage handelt“, sagte Sprecherin Janet Niemeyer.

Nach Informationen der Flugsicherung in Bremen wurden vier Maschinen, die ursprünglich in Hamburg landen sollten, dorthin umgeleitet. Ein Sprecher des Flughafens Hannover teilte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit, weitere acht Maschinen seien in der niedersächsischen Landeshauptstadt gelandet.

dpa

Mehr zum Thema

Wegen eines verdächtigen Geruchs im Cockpit hat eine Passagiermaschine auf dem Weg von Hamburg nach Zürich kurz nach dem Start am Abend kehrtmachen müssen.

07.11.2017

Der Flughafen Hamburg ist nach einer rund einstündigen Sperrung am Donnerstagabend wieder geöffnet worden.

09.11.2017

Der Flughafen Hamburg ist am Abend gut eine Stunde lang gesperrt worden, weil zwei Personen das Rollfeld betreten hatten.

09.11.2017

Die Bundesagentur für Arbeit hat erneut einen hohen Überschuss erzielt - und rechnet angesichts der guten Konjunktur auch 2018 mit einem Plus. Forderungen nach einer Beitragssenkung werden lauter.

10.11.2017

Berliner Siemens-Betriebsräte sowie die IG Metall haben das Management aufgefordert, keine Werke in Berlin zu schließen oder Teile zu verlagern.

10.11.2017

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 10.11.2017 um 13:05 Uhr folgende Kurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

10.11.2017