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Flughafenkonzern Fraport wächst fast nur noch in der Ferne

Frankfurt/Main Flughafenkonzern Fraport wächst fast nur noch in der Ferne

Erstmals seit der Wirtschaftskrise 2008 wächst am Frankfurter Flughafen das Passagieraufkommen nicht mehr. Für 2013 erwartet die Betreibergesellschaft Fraport AG nach einem schwachen Jahresbeginn eine in etwa konstante Zahl von 57,5 Millionen Passagieren.

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Mit Investitionen in eine neue Landebahn und einen neuen Terminalabschnitt seien wichtige Weichen für die Zukunft gestellt, erklärte Fraport-Chef Schulte. Foto: Arne Dedert / Archiv

Frankfurt. Aufgrund seiner Drehscheibenfunktion sei Frankfurt nicht so stark vom allgemeinen Verkehrsrückgang in Europa getroffen wie andere, erklärte Fraport-Chef Stefan Schulte.

Wachstumsmöglichkeiten sieht der im M-Dax notierte Konzern vor allem im Ausland, wo weitere Zukäufe geprüft werden. Konkret sei man sehr tief in das Bieterverfahren um den neuen internationalen Flughafen in Istanbul eingestiegen, berichtete Schulte. Am Fraport-Konzernflughafen Lima in Peru sollen in den kommenden Jahren ein neues Terminal und eine neue Bahn gebaut werden. Auch bei der Minderheitsbeteiligung im russischen St. Petersburg, wo noch in diesem Jahr ein neues Terminal in Betrieb geht, seien Wachstumsraten von jährlich um die 20 Prozent zu erwarten.

Laut Finanzvorstand Matthias Zieschang ist die Kriegskasse der Fraport für Übernahmen bei knapp 1,7 Milliarden Euro liquiden Mitteln gut gefüllt. „Wachstum ist außerhalb Europas. Da wollen wir dabei sein“, sagte der Manager. Im vergangenen Jahr war Fraport bei Ausschreibungen in Portugal und Brasilien nicht zum Zuge gekommen. Man verfolge aber neben Istanbul weitere Projekte.

Im abgelaufenen Jahr stieg der Gewinn des Konzerns nur noch um 0,3 Prozent auf 251,6 Millionen Euro. Der auf die Fraport- Aktionäre entfallende Überschuss ging um ein Prozent auf 238 Millionen Euro zurück. Rund ein Drittel des Gewinns kam aus ausländischen Beteiligungen. Der Umsatz des Flughafenkonzerns legte trotz schwachen Frachtgeschäfts und Belastungen aus dem Nachtflugverbot um drei Prozent auf 2,44 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte etwas stärker als erwartet um sechs Prozent auf 851 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen mit einer unveränderten Dividende von 1,25 Euro je Anteilsschein an dem Ergebnis teilhaben. Das Unternehmen wird vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt beherrscht.

Im kommenden Jahr sollen Umsatz und operativer Gewinn laut Ankündigung zwar weiter steigen, der Überschuss aufgrund hoher Abschreibungen allerdings sinken. Schulte strebt auch für 2013 eine weiterhin unveränderte Ausschüttung an. Am Heimatflughafen Frankfurt soll vor allem der weiter ausgebaute Einzelhandel mehr Geld in die Kassen spülen. Pro Passagier strebt Fraport aus diesem Bereich Einnahmen von 4 Euro an. Zuletzt war der Jahreswert von 3,17 auf 3,32 Euro gestiegen, wozu der im Oktober eröffnete Marktplatz am neuen Flugsteig A-Plus zum Jahresende sehr viel beitrug.

Aktuell hatten im Februar 3,6 Millionen Passagiere den Frankfurter Flughafen genutzt. Das waren 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Januar hatte es einen starken Rückgang gegeben. Der Sommerflugplan wird nach Erwartungen der Fraport 1,4 Prozent weniger Flugbewegungen enthalten, dafür aber mit größeren Maschinen.

Aktuell gehen in Frankfurt die Investitionen zurück. Schulte vermied es erneut, einen konkreten Termin für das ursprünglich ab 2016 vorgesehene Terminal 3 zu nennen. Man benötige nach einer europaweiten Ausschreibung fünf bis sieben Jahre, sagte der Manager. Man werde die zusätzlichen Kapazitäten nicht überhastet in den Markt bringen, sondern warten, bis die Nachfrage da sei. „Das heißt: Man macht das lieber etwas später als zu früh.“ In Unternehmenskreisen wird inzwischen mit einer Inbetriebnahme nicht vor 2020 gerechnet.

dpa

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