Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Forscher fürchten Millionen Tote durch resistente Keime
Nachrichten Wirtschaft Forscher fürchten Millionen Tote durch resistente Keime
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:12 20.05.2016
Anzeige
London

Britische Forscher haben zum weltweiten Kampf gegen resistente Keime aufgerufen. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen könnten künftig zehn Millionen Menschen pro Jahr an Infektionen mit den antibotika-resistenten Bakterien sterben, berichten die Autoren einer Studie.

Auch Wirtschaftsleistung in Höhe von etwa 100 Billionen US-Dollar (rund 90 Billionen Euro) sei gefährdet. Die Regierung Großbritanniens hatte die Studie in Auftrag gegeben.

Bereits heute kommen demnach 700 000 Menschen pro Jahr durch Ansteckung mit resistenten Keimen ums Leben. Bis zum Jahr 2050 könne sich diese Zahl mehr als verzehnfachen. Sollten Antibiotika wegen der Resistenz der Erreger ihre Wirksamkeit verlieren, könnten wichtige medizinische Verfahren wie Kaiserschnitte und andere chirurgische Eingriffe zu gefährlich werden, heißt es in dem Bericht.

Das Forscher-Team um den britischen Ökonomen Jim O'Neill fordert in einem Zehn-Punkte-Programm unter anderem, den Gebrauch von Antibiotika in der Landwirtschaft weltweit einzuschränken und alle Resistenzen stärker zu überwachen. Nötig sei zudem ein weltweiter Fonds zur Entwicklung neuer Antibiotika und ein globaler Bund im Kampf gegen Resistenzen. Der könne mittels G20-Staaten und der Vereinten Nationen entstehen. Auch die Diagnostik von Krankheiten müsse verbessert werden. Innerhalb von zehn Jahren müssten bis zu 40 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden, schätzten die Forscher.

Riesige Mengen von Antibiotika und anderer antimikrobieller Medikamente würden weltweit an Menschen und Tieren verschwendet, die diese nicht bräuchten, heißt es weiter. „Wir müssen auf verschiedenen Wegen auf der ganzen Welt darüber informieren, warum es entscheidend ist, dass wir aufhören, unsere Antibiotika wie Süßigkeiten zu behandeln“, sagte O'Neill der BBC. „Wenn wir das Problem nicht lösen, steuern wir auf das Mittelalter zu.“

Seit Anfang des Monats müssen in Deutschland antibiotika-resistente Erreger umgehend gemeldet werden, sobald sie nachgewiesen werden. Zuvor waren die Keime erst beim Krankheitsausbruch angezeigt worden.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen nannte den Report einen „ersten Schritt in die richtigen Richtung“, er reiche aber nicht aus. Vor allem sollten Medikamente für mehr Menschen bezahlbar werden. „Das derzeitige Innovationssystem trägt nicht zur Entwicklung und Bereitstellung der Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente bei, die wir eigentlich bräuchten“, sagte Marco Alves, Medikamentenexperte der Organisation. „Und wenn es doch welche gibt, sind sie oft unbezahlbar oder für den Gebrauch in Entwicklungsländern nicht geeignet.“

dpa

Mehr zum Thema

In Europa besteht im Sommer Gefahr für einen Zika-Ausbruch. Vor allem in den Mittelmeerländern sollten sich die Menschen vor der Asiatischen Tigermücke in Acht nehmen, warnt die WHO.

01.06.2016

Einrichtung in Bergen lädt vorab Einwohner und Gäste zum Tag der offenen Tür ein

19.05.2016

Britische Forscher haben zum weltweiten Kampf gegen resistente Keime aufgerufen. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen könnten künftig zehn Millionen Menschen pro Jahr ...

19.05.2016

Von diesem Freitag an müssen auf Zigaretten-Packungen großflächig Gruselfotos und Warnungen gedruckt werden. Doch bis die neuen Schachteln in die Läden kommen, dauert es noch.

20.05.2016

Angesichts erhöhter Abgaswerte hatte Verkehrsminister Dobrindt nach Opel auch Vertreter des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat Chrysler einbestellt. Doch Dobrindt wartete vergeblich.

20.05.2016

An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im elektronischen Handel (Xetra) am 19.05.2016 um 17:56 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt.

19.05.2016
Anzeige