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Fortschritte bei Bekämpfung von EU-Jugendarbeitslosigkeit

Nürnberg Fortschritte bei Bekämpfung von EU-Jugendarbeitslosigkeit

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, und der Chef des österreichischen Arbeitsmarkt-Service (AMS), Johannes Kopf, sehen erste Fortschritte ...

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Von der Schule in den Beruf - ist inzwischen längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Quelle: Andreas Gebert

Nürnberg. Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, und der Chef des österreichischen Arbeitsmarkt-Service (AMS), Johannes Kopf, sehen erste Fortschritte bei der Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit in der EU.

„Wir beide merken gerade, dass die sogenannte Jugendgarantie der EU-Staaten in vielen europäischen Ländern Reformen unterstützt“, sagten Kopf und Weise der Deutschen Presse-Agentur. Beide koordinieren im Rat der europäischen Arbeitsagenturen die Zusammenarbeit der nationalen Arbeitsmarktverwaltungen.

Inzwischen hätten alle EU-Länder erkannt, dass es für sie existenziell wichtig sei, jungen Menschen nach der Schule die Erfahrung von Arbeitslosigkeit zu ersparen, sagte Weise in einem gemeinsamem Interview mit seinem österreichischen Kollegen. Da einige Länder sich bisher zu wenig um ihre Schulabgänger gekümmert hätten, bestehe dort noch ein großer Nachholbedarf bei der Betreuung.

Mit ihrer im Sommer 2013 beschlossenen Jugendgarantie haben sich die EU-Länder verpflichtet, jungen Frauen und Männern innerhalb von vier Monaten entweder eine Arbeitsstelle, einen Praktikums- oder einen Weiterbildungsplatz beschaffen. Die EU stellt dafür bis zum Jahr 2020 sechs Milliarden Euro bereit.

Im Dezember 2014 waren in den 28 EU-Staaten laut EU-Statistikbehörde Eurostat im Schnitt 21,4 Prozent der jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt ohne Job. Am dramatischsten war die Situation in Spanien mit einer Jugendarbeitslosigkeit von 51,4 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 50,6 Prozent (jüngste Zahlen vom Oktober).

Nach Angaben der beiden Behördenchefs haben inzwischen viele Länder mit dem Aufbau von Registrierungs-Zentren begonnen, um festzustellen, welche Jugendliche nach dem Ende ihrer Schulzeit Hilfe benötigen. Einige Länder rüsteten die EDV ihrer Arbeitsverwaltungen nach und vernetzten sie landesweit. „Das sind Dinge, die bei uns Standard sind. Aber das gibt es eben in manchen Ländern nicht“, sagte Kopf. Auch wachse inzwischen in den EU-Ländern das Bewusstsein dafür, wie wichtig eine gute Berufsberatung schon während der Schulzeit sei, sagte Weise.

Dennoch warnte Weise davor, schnelle Erfolge zu erwarten: „Aus meiner Sicht ist das ein Zehn-Jahres-Programm. Da muss man Geduld haben, an den vereinbarten Linien festhalten und nicht nervös werden“, sagte der Bundesagentur-Chef, der zugleich den Rat der europäischen Arbeitsagenturen („Board of Public Employment Services“) leitet. „Aber es gibt in einigen Ländern schon wirklich ermutigende Fortschritte“, fügte er hinzu.

Nach Ansicht Kopfs reicht aber allein der Aufbau einer effektiven Arbeitsmarktverwaltung nicht aus. Um die Ausbildungs- und Arbeitsmarktchancen von Jugendlichen zu verbessern, seien auch Investitionen in aktive Arbeitsmarktpolitik nötig, also Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für junge Jobsucher. In manchen EU-Ländern behindere auch der starre Kündigungsschutz den Zugang junger Menschen zum Arbeitsmarkt. „In Italien dauert ein durchschnittliches Kündigungsverfahren mehrere Jahre. Da kann ich niemand verdenken, dass er keinen einstellt“, sagte Kopf.


Infos der Europäischen Kommission zur EU-Jugendgarantie



dpa

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