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Frauen als Führungskräfte noch immer eine Minderheit

Rostock Frauen als Führungskräfte noch immer eine Minderheit

Mentoren-Programm „Zukunft durch Aufstieg“ soll Chancen für Frauen verbessern / Unternehmerinnen aus MV kritisieren gesetzliche Frauenquote

Rostock. Frauen, die in Führungspositionen aufsteigen wollen, sollten dieses Ziel klarer formulieren. Viele weibliche Nachwuchskräfte hätten immer noch zu wenig Selbstbewusstsein, hieß es bei der Auftaktveranstaltung des Mentoring- Programms „Zukunft durch Aufstieg“ gestern im Technologiezentrum in Rostock-Warnemünde.

Das vom Europäischen Sozialfonds finanzierte Programm wolle nicht nur weibliche Führungskräfte fördern, erklärt Koordinatorin Renate Heusch-Lahl. Vielmehr solle auch den Unternehmenslenkern im Land gezeigt werden, dass viele Firmen bald Personalprobleme bekommen würden. Sie sollten deshalb gezielt ihr weibliches Personal unterstützen. Von kommender Woche an werden sich 60 sogenannte Mentoren-Tandems regelmäßig zum Austausch treffen. Laut Heusch-Lahl gehören Frauen wie auch Männer zu den Mentoren. Sie stammten aus allen Branchen – vom Tourismusdirektor bis zur Leiterin einer Sozialstation.

Eines der Teams besteht aus Diana Olsen aus Boltenhagen und Sylvia Heinrich aus Parchim. „Das, was ich mache, reicht mir nicht aus“, sagt Immobilienkauffrau Olsen. Sie arbeitet seit 13 Jahren im Vertrieb einer Immobilienfirma. Aber noch zu oft trete sie auf die Bremse, statt Gas zu geben. Dabei sei ihr Ziel, 2018 die Personalleitung in der Firma zu übernehmen.

Damit das klappt, wird Sylvia Heinrich, Personalleiterin des DRK-Kreisverbandes Parchim, ihr Tipps gegen Selbstzweifel geben. „Frauen müssen sich auf die eigenen Stärken besinnen. Oft hilft schon der positive Blick, um sich nicht mehr selbst im Weg zu stehen“, sagt Heinrich, die seit vier Jahren als Mentorin arbeitet.

Seit Januar 2016 müssen rund 150 große deutsche Unternehmen bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat einen Frauenanteil von 30 Prozent erreichen. Im Juli hatte Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) erklärt, das Gesetz zeige bereits Wirkung: „Wir haben mehr Frauen in Führungspositionen.“

Doch bei der Frauenquote scheiden sich die Geister – auch unter Geschäftsfrauen. Gegen das Gesetz spricht sich etwa Unternehmerin Christiane Wolter aus. „Firmen sollten nicht dafür bestraft werden, wenn sie eine Frauenquote nicht einhalten“, sagt die Chefin des Stralsunder Dienstleistungsunternehmens Anna Blume. Eine Frau, die das wolle, werde sich auch gegen Männer durchsetzen. „Das müsste sie in einer Führungsposition ohnehin können“, betont die Firmenchefin.

Dass mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft guttun würden, bekräftigt die Geschäftsführerin des Unternehmerverbands Rostock-Mittleres Mecklenburg, Manuela Balan. Frauen hätten es mit einer Unternehmenskarriere durchaus schwerer als Männer. Das liege an einer über Jahrhunderte gewachsenen Rollenverteilung. Dennoch: „Von einer gesetzlichen Frauenquote halte ich nichts“, betont Manuela Balan.

Frauen sollten führende Positionen besetzen, wenn sie dafür geeignet sind und nicht weil die Quote es verlangt, sagt auch die Geschäftsführerin des Rostocker Fischereihafens, Daniele Priebe.

Allerdings gebe es „zu wenige Frauen, die sich trauen“. Das könnte sich ändern, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, etwa günstige Öffnungszeiten für Kindergärten.

Jana Schulze und Axel Meyer

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