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Wirtschaft Frische, Nähe, Qualität: Firmen punkten mit Regionalität
Nachrichten Wirtschaft Frische, Nähe, Qualität: Firmen punkten mit Regionalität
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00:05 31.03.2016

Günther Neumann hat es geschafft: Der Unternehmer aus Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat eine echte Regionalmarke etabliert — die Mecklenburger Backstuben. Dabei standen die Aussichten dafür zunächst gar nicht gut, erinnert sich der 67-Jährige, der Anfang der 1990er Jahre mit drei Mitstreitern über Management-Buy-Out die damalige Großbäckerei der Müritzstadt von der Treuhandanstalt übernommen hatte. „Veraltete Technik, kein Geld und keinen Markt“, so war die Firma mit 180 Mitarbeitern nach der Wende gestartet. Dass daraus ein erfolgreiches Unternehmen mit 61 Geschäften und Laden-Cafés in ganz Mecklenburg-Vorpommern wurde, verdanken die 600 Angestellten insbesondere der konsequenten Markenstrategie der Geschäftsführung.

„Wir stehen für das, was Kunden von einem Unternehmen aus der Region erwarten: frische Produkte, Nähe, Freundlichkeit und bezahlbare Preise“, sagte der Firmenchef, der auch Vorsitzender des Agrarmarketingvereins (AMV) ist, gestern auf dem Branchentag der Ernährungswirtschaft in Ahrenshoop (Vorpommern-Rügen). Auf dem traditionellen Branchentreff, der in diesem Jahr unter dem Thema „Marke im Wandel“ stand, diskutierten 140 Teilnehmer darüber, mit welchen Markenstrategien sie sich künftig erfolgreich behaupten können. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) verloren die Eigenmarken der Handelsketten 2015 erstmals Marktanteile. Der Trend gehe zu „höherwertigem Einkauf“. Wie Markenspezialist Hermann Sievers auf der Konferenz deutlich machte, könnten daraus kleine und mittelständische Unternehmen mit regionalen Marken profitieren.

Tobias Blömer, Chef der Rostocker Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH, konnte das bestätigen. Mit ihrer Marke „Die Rostocker“ sei die Firma in ganz Ostdeutschland bekannt. „Wir produzieren 90 Prozent unserer Erzeugnisse als Markenware, nur 10 Prozent für Handelsmarken der Supermärkte“, so Blömer. Die Firma mit 130 Mitarbeitern verstehe sich als „bodenständig“.

Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und Agrarminister Till Backhaus (beide SPD) zollten den Unternehmern Respekt, die mit viel persönlichem Engagement erreichten, dass die Ernährungswirtschaft sich mit 33,8 Prozent Anteil am verarbeitenden Gewerbe zur stärksten Branche im Land entwickelte. Backhaus würdigte insbesondere die Initiative des Agrarmarketing Vereins MV, der als „lebendiges Netzwerk“ agiere und dazu beitrage, der Ernährungswirtschaft im Land neue Exportmöglichkeiten zu erschließen, so mit Markterkundungsaktivitäten in Schweden und Dänemark sowie auf internationalen Messen in Amsterdam, Malmö und Köln.

Denn beim Export sieht Backhaus für die Branche noch „Luft nach oben“. Im Nordosten liegt die Exportquote bei 16,2 Prozent, bundesweit ist sie fast doppelt so hoch. Deshalb sei es wichtig, „aus der Spirale gegenseitiger Boykotte auszuscheren“ und das Russland-Embargo zu überwinden, meinte Backhaus. Der „Russlandtag“ am 25. Mai in Rostock könne dafür Signale setzen, betonte der Minister.

Von Elke Ehlers

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