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Wirtschaft Frischer Wind im Supermarkt
Nachrichten Wirtschaft Frischer Wind im Supermarkt
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00:00 29.09.2018
Seit Mai heißt der Supermarkt im „Hansecenter“ in Wismar Rewe – 1992 gebaut, ist das Objekt wohl Wismars ältester Supermarkt. Quelle: Fotos: Hollatz/rödel
Rostock

Das Großprojekt „Aus Sky wird Rewe“ in MV ist abgeschlossen. Bereits jetzt sehen die Geschäftsführer der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG einen großen Erfolg. Die OZ sprach mit Martin Czoske und Thomas Krajewski über die neuen Produkte, die Reaktion der Kunden und die Umsätze.

In MV ist der Umbau der Sky-Läden in Rewe-Märkte abgeschlossen. 30 Millionen Euro wurden investiert.

34 von 37 Supermärkten in MV sind seit Jahresbeginn zu Rewe-Läden umgeflaggt geworden. Was hat das gekostet und wie lief aus Ihrer Sicht die Umstellung?

Thomas Krajewski: Der Investitionsstau in den Sky-Märkten war groß, über Jahrzehnte ist da nicht viel passiert. Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 30 Millionen Euro investiert.

Die Umstellung selbst verlief planmäßig, war aber für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Die Mitarbeiter mussten völlig neue IT-Systeme erlernen. Das ist ein bisschen so, als würden sie von Android auf Apple wechseln. Wir bieten auch jetzt noch Nachschulungen für unsere Mitarbeiter an, damit im Markt alles reibungslos klappt. Unseren Mitarbeitern gilt großer Dank dafür, wie gut sie mitgezogen haben! Während des Umbaus waren die Märkte zwischen fünf und zehn Tagen geschlossen.

Apropos Schließung: Von drei Sky-Märkten haben Sie sich ganz getrennt. Warum?

Krajewski: Wir mussten drei Standorte aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Das betraf Greifswald, Malchow und einen Markt in Schwerin.

Sie hatten im Vorfeld angekündigt, alle Mitarbeiter zu behalten. Konnten Sie das in den verbliebenen Märkten einhalten?

Martin Czoske: Das hat uns anfangs nicht jeder geglaubt, aber wir haben Wort gehalten und die Mitarbeiter nicht nur übernommen, sondern sogar von 1500 auf 1700 aufgestockt.

Was hat sich in den Regalen der Geschäfte verändert? Was ist neu?

Krajewski: Was das Sortiment betrifft, haben wir vor allem auf den Bereich Frische gesetzt, das ehemalige Manko der Sky-Märkte. Es gibt nun ein größeres Angebot im Bereich Obst und Gemüse, eine größere Auswahl an den Frischetheken und Salatbars. Auch der Trend hin zu Bioprodukten sowie glutenfreier Kost spiegelt sich wider, dort haben wir das Sortiment erweitert.

Umstellungen sind ja für viele Menschen nicht leicht zu verdauen. Wie haben Kunden auf den Umbau und das veränderte Sortiment reagiert?

Krajewski: Es gibt, je nach Standort, ein sehr vielfältiges Feedback. Was den Frischebereich betrifft, haben wir viel positiven Zuspruch bekommen. Der wird sehr gut angenommen. Genau wie das JA!-Einstiegs- und Rewe-Beste-Wahl-Sortiment. Lob gibt es auch für die Übersichtlichkeit und neue Raumaufteilung der Märkte. Aber klar ist auch, wenn man die Sortimente in einem Bereich erweitert, muss man woanders abspecken. Wir haben im Getränke- und Food-Bereich Federn lassen müssen im Sortiment, weil eben die Frische Priorität hat. Da gab es auch Beschwerden oder Hinweise von Kunden.

Einzelne Kundenwünsche haben wir wieder erfüllen können, aber alles geht natürlich nicht.

Czoske: Man muss ja dazu sehen, wir haben in den meisten Fällen umgebaut und nicht angebaut. Und dann gehen die Artikel raus, die die Mehrheit unserer Kunden nicht kauft.

Wie hat sich die Zufriedenheit auf den Umsatz ausgewirkt?

Czoske: Wir haben deutlich an Umsatz zugelegt. Wir sind in den Märkten im zweistelligen Bereich gewachsen und der Trend ist weiter steigend. Damit sind unsere großen Erwartungen noch übertroffen worden. Durch die Modernisierung der Läden sind es ganz andere Einkaufsstätten geworden, so dass neue Kundenströme entstanden sind. Es gibt auch Kunden, die auch weitere Wege zurücklegen, nur um bei uns einzukaufen. Das sagen uns viele Marktleiter vor Ort.

Sie haben ja Märkte in ganz Norddeutschland. Wie viele sind denn jetzt noch offen?

Krajewski: Neben Mecklenburg-Vorpommern sind Hamburg, Brandenburg und Niedersachsen inzwischen umgestellt. Es fehlt noch Schleswig-Holstein. In der ersten Oktoberwoche haben wir Bergfest, dann ist die Hälfte der insgesamt 150 Supermärkte in Norddeutschland auf Rewe umgeflaggt. Mitte 2019 wollen wir dann mit allen unseren Häusern fertig sein.

Virginie Wolfram

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