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Wirtschaft Früher Erntestart: Äpfel sind süß und saftig
Nachrichten Wirtschaft Früher Erntestart: Äpfel sind süß und saftig
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00:00 29.08.2018
Boddin

Die Apfelbäume hängen voll – Europa erwartet eine Rekordernte. In Mecklenburg-Vorpommern sowie dem gesamten Bundesgebiet wird mit durchschnittlichen Erträgen gerechnet, sagte der Obstanbauberater Rolf Hornig am Dienstag beim offiziellen Erntestart des Verbandes Mecklenburger Obst und Gemüse auf einer Plantage in Boddin (Kreis Ludwigslust-Parchim). „Wegen der schwachen Saison 2017 sind die Läger mit Apfelsaft geleert“, sagte er. Betriebswirtschaftlich sei 2017 erfolgreich gewesen, die Preise hätten das Defizit mehr als ausgeglichen. Doch jetzt brauchten die Safthersteller Nachschub. Daher sei der Erlös auch noch ordentlich, bemerkte der Prokurist des Unternehmens Boddinobst GmbH und Verbandsvorsitzender Günter Brandt.

Der polnische Erntehelfer Kamil Palej bringt bei der Firma Boddinobst die frisch gepflückten Äpfel der Sorte Elstar zum Transportzug. Die Ernte begann gut zwei Wochen früher als sonst. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Beliebteste Sorte ist der Elstar

Deutschland ist nach Informationen des Obstanbauberaters Rolf Horni der stärkste Apfelmarkt in Europa und versorgt sich zu fast 60 Prozent mit heimischen Äpfeln. Pro Kopf werden etwa 19 Kilogramm Äpfel verspeist, wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilte. Die Lieblingssorte der Deutschen ist demnach der Elstar.

Die voraussichtlich 37000 Tonnen Äpfel aus Mecklenburg-Vorpommern sind in diesem Jahr süß und aromatisch. Die Ernte begann gut zwei Wochen früher als sonst, sagte Hornig. Zuletzt habe sich wegen der größeren Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht auch noch eine schöne Fruchtfärbung ergeben. Die vergangenen beiden Jahre hätten gezeigt, wie notwendig eine Bewässerung der Plantagen ist.

Im Vorjahr sei die Beregnung zum Schutz vor Spätfrösten nötig gewesen, in diesem Jahr die Tropfbewässerung wegen der Trockenheit. Das Wasser trage maßgeblich zum Fruchtwachstum bei: Ein Millimeter mehr bei der Fruchtgröße mache ein Plus von drei Prozent beim Ertrag aus.

Die Boddinobst GmbH mit 200 Hektar Äpfeln hat stark in die Bewässerung investiert, wie Brandt sagte. Bis auf 12 Hektar werde alles bewässert, in diesem Jahr ununterbrochen seit Mai. Fast die Hälfte der Fläche sei seit 2001 schrittweise auf Bio umgestellt worden. 25 bis 30 Prozent der Bio-Äpfel seien für den Frischemarkt, der Rest gehe in die Verarbeitung, darunter für Kindernahrung. Bei konventionell angebauten Äpfeln sei das Verhältnis nahezu umgekehrt.

Agrarstaatssekretär Jürgen Buchwald zufolge sieht die Regierung noch erhebliches Potenzial für den ökologischen Obstbau sowie den Anbau mit integriertem Pflanzenschutz. Man müsse sich absetzen vom Massenmarkt.

Europaweit wird 2018 mit einer Ernte von 12,6 Millionen Tonnen gerechnet. Größter Produzent mit 4,5 Millionen Tonnen ist Polen, gefolgt von Italien und Frankreich. Von deutschen Plantagen kommen in diesem Jahr knapp eine Million Tonnen Äpfel, weitere 1,1 Millionen Tonnen von meist süddeutschen Streuobstwiesen. Diese sind zwar nicht biozertifiziert, haben aber viel mehr Sorten. In Boddin würden für den Frischemarkt im Bio- und konventionellen Bereich lediglich drei bis vier Sorten angebaut, sagte Brandt. Das seien nur solche, die bis zur nächsten Ernte lagerfähig sind. An die Bundespolitik richtete er die Bitte, die Regelung beizubehalten, wonach für Erntehelfer aus anderen EU-Staaten für 70 Tage im Jahr keine Sozialabgaben zu zahlen sind. Ab 2019 sollen es wie vor der Regelung nur 50 Tage sein. Das wäre für die ohnehin durch den Mindestlohn benachteiligten Betriebe in Deutschland teuer und mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden.

Birgit Sander

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