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Frühjahrsbelebung drückt März-Arbeitslosigkeit auf 25-Jahre-Tief

Nürnberg Frühjahrsbelebung drückt März-Arbeitslosigkeit auf 25-Jahre-Tief

Auch wenn der Konjunkturhimmel sich eintrübt - auf dem deutschen Arbeitsmarkt spürt man davon noch nichts. Auch nichts von den vielen Flüchtlingen, die in Deutschland Sicherheit und einen Job suchen. Die dürften erst später im Jahr für steigende Erwerbslosenzahlen sorgen.

Nürnberg. Die Frühjahrsbelebung hat die Zahl der Arbeitslosen auf den niedrigsten März-Stand seit 25 Jahren sinken lassen. Weniger Erwerbslose hatte es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) zuletzt im März 1991 gegeben.

Insgesamt waren zuletzt 2,85 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit - und damit 66 000 weniger als im Februar und rund 87 000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 6,5 Prozent.

Zwar sei der Frühaufschwung in diesem Jahr etwas schwächer ausgefallen als in den zurückliegenden Jahren, räumte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise ein. „Aber wenn die (saisonbedingte) Verschlechterung des Arbeitsmarktes im Winter nicht allzu groß ist, dann kann auch die Verbesserung der Arbeitsmarktlage im Frühjahr nicht übermäßig sein“, gab der Bundesagentur-Chef zu bedenken. Tatsächlich war der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den drei Wintermonaten mit 278 000 deutlich geringer ausgefallen als in früheren Jahren.

Zufrieden war am Donnerstag auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD): Die jüngsten Daten zeigten, dass der Arbeitsmarkt „aufnahmefähig, robust und für kommende Herausforderungen gewappnet“ sei. Dabei verwies sie auch auf die weiterhin steigende Zahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze. Jene, die eine Stelle haben, unterlägen zudem nur einem sehr geringen Risiko, diese demnächst zu verlieren.

Nur eine geringe Rolle spielen bislang noch Flüchtlinge auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Zwar waren nach BA-Erkenntnissen im März 123 000 Männer und Frauen aus Asylzugangsländern arbeitslos. Im Vergleich zu Februar waren das allerdings nur 12 000 mehr, im Vergleich zum Vorjahresmonat 54 000. Der Großteil derjeniger, die in den vergangenen zwölf Monaten in Jobcentern um Arbeit nachsuchten, seien Syrer gewesen, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker.

Die Bundesagentur geht nach einer aktuellen Analyse für dieses Jahr von 320 000 bis 390 000 Menschen im erwerbsfähigen Alter aus, die als Flüchtlinge anerkannt sind. Die Zahl der erwerbslosen Flüchtlinge wird im Jahresschnitt 2016 um rund 90 000 steigen. Dabei sind die erwerbsfähigen Asylbewerber allerdings sehr ungleich über das Bundesgebiet verteilt: Sie konzentrieren sich nach Feststellungen der Bundesagentur-Statistiker vor allem auf die großen Städte sowie einige Kreise in West- und Norddeutschland.

Dass bislang nur ein Bruchteil der im Vorjahr nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge in der Arbeitslosenstatistik auftaucht, hat nach Beckers Einschätzung vor allem einen Grund: Viele steckten noch im Asylverfahren. Und Jobcenter seien für sie erst zuständig, wenn sie als Flüchtling anerkannt sind. „Je schneller das Bundesamt für Migration die Asylanträge bearbeitet, desto schneller werden sie in den Jobcentern ankommen“, sagte der BA-Manager.

Wie rund es trotz eines sich zuletzt leicht eingetrübten Konjunkturhimmels auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft, zeigt nach Ansicht von BA-Chef Weise die ungebremst steigende Zahl von Arbeitsplätzen: Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vom Februar erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 52 000 auf 43 Millionen. Das waren 543 000 mehr als im Vorjahr.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach einer Hochrechnung der Bundesagentur von Dezember auf Januar saisonbereinigt um 55 000 auf 31 Millionen zu. Das waren 731 000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als vor einem Jahr. Die Zahl der offenen Stellen lag im März bei 635 000 - das waren 92 000 mehr als vor einem Jahr. Besonders gesucht waren Arbeitskräfte in den Berufsfeldern Mechatronik, Energie- und Elektrotechnik, in Verkehr und Logistik sowie im Verkauf.

dpa

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