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Wirtschaft Frust durch Frost: Dieser Winter wird teuer
Nachrichten Wirtschaft Frust durch Frost: Dieser Winter wird teuer
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04:04 13.03.2013
Winterpause auf dem Bau: Auch in der Rostocker Innenstadt ruhen die Arbeiten. Quelle: Frank Söllner

Auf dem verschneiten Gelände der Vorpommerschen Tief- und Kulturbau GmbH ist es auch an Werktagen still geworden. „Alle Arbeiten liegen auf Eis“, sagt Michael Wulf.

Der Gesellschafter der Greifswalder Baufirma guckt nicht mehr gerne auf das Thermometer. Zu kalt, zu viel Schnee, zu viel Frost: Arbeiten kann bei diesem Wetter kein Tiefbauer.

„Die Auftraggeber warten aber darauf, dass die Arbeit fertig wird und meine Angestellten wollen am 15. des Monats ihr Gehalt auf dem Konto haben.“ Michael Wulf bringt die schwierige Situation mit einem Wort auf den Punkt. „Umsatzeinbußen“, sagt er genervt. Seit Ende Dezember gehe das so. Seine 39 Angestellten, die sonst Rohre und Leitungen verlegen, feiern nun Überstunden ab oder haben ihren Resturlaub genommen. Einige helfen beim Winterdienst auf Rügen, halten Bahngleise und Straßen frei. Der März liefere eigentlich den Startschuss für Straßenbauarbeiten, sagt Wulf. „Aber in diesem Jahr geht noch gar nichts.“

Der Bau ist nicht die einzige Branche, der die Kälte zu schaffen macht. „Für alle Blumen- und Pflanzenhändler ist die Lage dramatisch“, sagt Ute Heinemann, Gesellschafterin in Grönfingers Gartenfachmarkt in Rostock. Doppelt so hohe Heizkosten und weniger Umsatz, so lautet der Trend. „In dieser Woche bekommen wir zwei Lastzüge mit Holzpellets zum Heizen. So viel Geld, das dann durch den Schornstein geht“, so Heinemann.

In den Gewächshäusern müssen 8000 Quadratmeter Produktionsfläche geheizt werden. Etwa 100 Mitarbeiter pflegen die Pflanzen. Sechs Kollegen wurden extra eingestellt, um des Pflanz-Booms, der sonst im März beginnt, Herr zu werden. Aber in diesem Jahr ist alles anders: Kein Ansturm auf Blumenzwiebeln und Topfpflanzen, dafür Winterwetter und leere Kassen. Normalerweise reicht die Frühlingssonne aus, um die modernen Gewächshäuser zu erwärmen. In diesem Jahr muss schon der Heizkessel helfen. Lauschige 18 Grad Celsius mögen Geranien, Petunien und Co.

„Das geht ins Geld“, weiß auch Bernd Schneider. Der Geschäftsführer des Blumengroßhandels Nordflor Barth (Vorpommern-Rügen) rechnet ebenfalls mit doppelt so hohen Heizkosten. „Außerdem verzögert sich die Auslieferung um mindestens zwei Wochen. Wir müssen die Pflanzen länger bewässern, das kostet mehr Geld.“

Auch die 235 Landwirte des Bauernverbandes in Nordvorpommern brauchen Geduld. „Auf den Feldern kann nicht viel getan werden“, sagt Geschäftsführer Dr. Holger Brandt aus Grimmen. Die Landwirte nutzen die Zeit, um ihre Technik zu pflegen. „Der Hafer wird aber nicht mehr die Masse bringen“, ist sich Landwirt Werner Lehne aus Jahmen bei Güstrow sicher. „Je früher er in den Boden kommt, desto besser.

Und zur Zeit kann er nicht gesät werden.“

Dass die Temperaturen nicht den Preis des Heizöls bestimmen, sondern der schwankende Rohölpreis, erklärt Tobias Bott, Pressesprecher vom Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen. „Heizöl ist seit 2008 weder wesentlich teurer, noch billiger geworden“, sagt er.

Gut gerüstet: Streusalz wird nicht knapp
1500 Tonnen Streusalz sind seit November allein in Nordwestmecklenburg verbraucht worden. „Die fünffache Menge“, so Sprecherin Petra Rappen: „Das geht ins Geld.“ Hinzu kämen mehr Straßenschäden durch Frost — vor allem auf Straßen in Rostock und Schwerin. Im Winter 2011/12 wurden für die Instandsetzung 3,2 Millionen Euro investiert.

Carolin Riemer

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