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Futterskandal: Verursacher sollen für Schäden haften

Zemmin Futterskandal: Verursacher sollen für Schäden haften

Das hat Tradition: Zum Jahresbeginn macht der Bauernverband seine Forderungen an die Politik auf.

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Rainer Tietböhl, Bauern- präsident

Zemmin. Das hat Tradition: Zum Jahresbeginn macht der Bauernverband seine Forderungen an die Politik auf. Gestern in Zemmin (Landkreis Vorpommern-Greifswald) ging es dabei vor allem um den jüngsten Bio-Futterskandal. „Futterprobleme müssen immer wieder die Bauern ausbaden, das muss endlich anders werden“, verlangte Landesbauernpräsident Rainer Tietböhl. „Wenn ein Mutterkuhhalter ein ganzes Jahr seine Kälber nicht als Bio verkaufen darf, ist er tot als Betrieb“, wetterte Tietböhl. Dass die Politik in diesem Fall kürzeren Sperrzeiten zugestimmt habe, begrüßte der Verbandschef.

Von zwölf Monaten sei das Öko-Vermarktungsverbot auf zwölf Wochen verkürzt worden.

Für Futterhersteller verlangte Tietböhl ein Kontrollsystem wie in der Milchproduktion. „Da wird eine Probe genommen, wenn der Milchlaster vom Hof fährt. Und bevor sie an die Molkerei ausgeliefert und dort in große Tanks gepumpt wird, muss klar sein, dass die Milch einwandfrei ist.“ Das müsse auch in der Futterbranche gelten.

Bei Futtermittelskandalen sei es für die Bauern oft nicht möglich, Schadenersatz von den Verursachern zu erhalten. „Wenn Mischfutterwerke unter dem Druck der hohen Forderungen Insolvenz anmelden, haftet niemand für den Schaden“, weiß Tietböhl. Seine Forderung: Firmen müssten Produkt-Haftpflichtversicherungen abschließen. „Das tun sie aber nicht freiwillig. Das muss die Politik vorschreiben“, ergänzte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Martin Piehl.

Nachdem in Mecklenburg-Vorpommern seit Dezember rund 40 Betriebe gesperrt wurden, weil sie mit Pflanzenschutzmitteln belastetes Futter gekauft hatten, wurde verseuchtes Futter gestern in Niedersachsen in zwei Bio-Legehennenbetrieben entdeckt. Ursache für die Verseuchung seien — wie in MV — aus der Ukraine stammende Bio-Sonnenblumenkerne. Auch in Niedersachsen sind bereits rund 20

Ökohöfe betroffen.

 



Elke Ehlers

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