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GLS Bank will Geschäft sichern durch Kundenbeitrag

Bochum GLS Bank will Geschäft sichern durch Kundenbeitrag

Auch die Alternativ-Bank GLS sucht nach Antworten auf das Zinstief und zählt sich damit zu den bundesweiten Vorreitern der Branche. Mehreinnahmen in Millionenhöhe soll ein Beitrag der rund 200 000 Kunden bringen. Auf Dispozinsen will man dagegen vorerst verzichten.

Bochum. Im Kampf gegen anhaltende Probleme durch das Zinstief will die größte deutsche Alternativ-Bank GLS einen Solidarbeitrag von ihren rund 200 000 Kunden verlangen. Ziel sei es, das Geschäftsmodell der Bank auch künftig zu sichern, kündigte Vorstandssprecher Thomas Jorberg an.

Gleichzeitig sollen die Kunden von einer Streichung der Dispozinsen für Überziehungskredite profitieren. Wenn der geplante Grundbeitrag bei den Mitgliedern eine positive Resonanz finde, könne das Modell Anfang kommenden Jahres dauerhaft starten, sagte Jorberg. Vorgesehen sei ein Monatsbeitrag von fünf Euro, beziehungsweise einem Euro für die Inhaber spezieller Konten für junge Leute. „Wir haben versucht, den Beitrag so zu gestalten, dass jeder das auch bezahlen kann“, sagte Jorberg. Die Bank rechne mit jährlichen Mehreinnahmen von etwa acht bis zehn Millionen Euro.

Die Senkung der Dispozinsen für Überziehungskredite von bislang 7,3 Prozent auf 0,0 Prozent soll dagegen bereits zum 1. November dieses Jahres wirksam werden. Die Höhe des kostenfreien Überziehungskredits ist allerdings auf maximal drei Monatsgehälter oder höchstens 10 000 Euro begrenzt. Bei einem Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus ist auch eine Wiedereinführung der Dispozinsen möglich. Gleichzeitig sind Kosteneinsparungen und eine Erhöhung der Kontoführungsgebühr von zwei Euro auf 3,80 Euro geplant.

„Wir zeigen damit, was einfach Realität geworden ist, dass die Leistung einer Bank nicht mehr überwiegend aus dem Zinsertrag finanziert werden kann“, sagte Jorberg.

Verbraucherschützer wie Markus Feck befürchten, dass besonders finanzschwache Kunden durch den neuen Beitrag der Bank überfordert werden könnten. „Diejenigen, die wirklich nichts haben, bleiben außen vor“, sagte der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Düsseldorf. Mit der geplanten Erhöhung der Kontoführungsgebühren folge die Bank dagegen dem allgemeinen Trend der Branche, die dies wieder als Geschäftsfeld für sich entdeckt habe.

Positiv sei aus Verbrauchersicht dagegen der Wegfall der Dispozinsen. Auf die Bank komme damit jedoch auch eine erhöhte Verantwortung zu, Kunden auf Überschuldungsrisiken hinzuweisen.

dpa

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