Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° wolkig

Navigation:
Gabriel: Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr

Minister kontert Kritik Gabriel: Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr

Die Wirtschaft drückt, die Politik bremst. So sieht das Szenario beim Ausbau der Windenergie aus. Wirtschaftsminister Gabriel nutzt den größten europäischen Branchentreff, um die Dinge aus seiner Sicht zurechtzurücken.

Hamburg. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Bedeutung der Windenergie für die Energiewende unterstrichen, gleichzeitig aber die gedrosselten Ausbauziele der Bundesregierung verteidigt.

„Die Windenergie braucht keinen Welpenschutz mehr“, sagte Gabriel bei der Eröffnung der Messe WindEnergy in Hamburg. „Sie muss sich den Herausforderungen des Marktes stellen.“ Mit dem Ausschreibungssystem, das im neuen EEG festgelegt sei, gebe es einen funktionierenden Markt. „Wir können nicht ein Sondersystem für einen Teilbereich des Energiemarktes schaffen.“

Der erneuerbaren Energien leisteten mittlerweile den größten Beitrag zur deutschen Stromversorgung und die Windenergie habe daran den wesentlichen Anteil, sagte Gabriel. „Mit dem Motto je schneller, desto besser sind wir jedoch an Grenzen gestoßen.“ Nun komme es darauf an, mit dem Netzausbau nachzuziehen, damit alle Rädchen ineinander greifen könnten. Für die Investoren in die Windenergie gebe es klare Rahmenbedingungen und eine gute Investitionsgrundlage.

Die deutsche Windenergie-Branche kritisiert die Politik der Bundesregierung, weil mit dem der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Ausbauziele für die Windenergie in den kommenden Jahren zu niedrig angesetzt seien. In den Jahren 2021 und 2022 dürfen noch jeweils 500 Megawatt Offshore-Windkraft dazu gebaut werden, von 2023 bis 2025 dann 700 Megawatt. Damit würde der Zubau auf etwa einen Windpark pro Jahr begrenzt.

Die Begrenzung soll den Strompreis in Schach halten, über den der Ausbau der Offshore-Windenergie wesentlich finanziert wird. „Das könnte zu einem Fadenriss führen“, befürchtet Andreas Wagner, Geschäftsführer der Stiftung Offshore Windenergie.

Gabriel konterte die Kritik bei der Windenergie-Messe. „Manche Alarmmeldungen sind übertrieben“, sagte er. Der Zubau der Windenergie liege aktuell deutlich über den verabredeten Größenordnungen. Zudem gehe es nicht darum, den Ausbau zu stoppen, sondern nur das Tempo etwas abzubremsen. Auch ein Grund seien die hohen Kosten für das Netzmanagement, die wegen des stockenden Ausbaus der Netze in diesem Jahr rund eine Milliarde Euro betragen und in den kommenden Jahren weiter steigen werden. „Wir wollen daran arbeiten, dass diese Kosten gar nicht erst entstehen“, sagte Gabriel.

Der Minister wich der Frage aus, ob die Kosten auf die Kunden aller Übertragungsnetzbetreiber umgelegt werden sollten. Bislang sind die Haushalte und Unternehmen im Bereich der Netzbetreiber Tennet und 50Hertz im Norden und Osten Deutschlands betroffen, nicht jedoch die Kunden von Amprion und TransnetBW im Westen und Südwesten Deutschlands.

Bei der Hamburger Windenergie-Messe WindEnergy dreht sich bis Freitag alles um Rotoren, Getriebe und Fundamente. Rund 1400 Aussteller aus 34 Nationen stellen in neun Messehallen auf 65 000 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen vor. Erwartet werden rund 33 000 Fachbesucher aus aller Welt. Die Veranstaltung, die erst zum zweiten Mal nach 2014 in Hamburg abgehalten wird, hat sich damit als Weltleitmesse ihrer Branche etabliert.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Start am 7. Oktober

Nach dem Branchenprimus Eon strebt jetzt auch RWE mit seiner neuen Tochter an die Börse. Die Milliardeneinnahmen sollen dem hoch verschuldeten Konzern die nötigen Investitionen in die Energiewende ermöglichen.

mehr
Mehr aus Wirtschaft
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.