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Wirtschaft Ganz plötzlich ohne Chef
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08:22 13.09.2017
Fred Schneider, Industrie- und Handelskammer zu Rostock Quelle: IHK
Rostock

Viele Unternehmer wissen, wie wichtig es ist, Vorkehrungen für den eigenen Ausfall zu treffen. Dennoch scheuen sich Firmenchefs oft, über Unglücke oder andere Schicksalsschläge nachzudenken und vorzusorgen.

Wie oft kommt es vor, dass Unternehmer plötzlich ausfallen und niemand weiß, wie die Geschäfte der Firma weitergeführt werden sollen?

Fred Schneider: Zehn bis elf Prozent der Firmen in Deutschland werden irgendwann mit dem Problem plötzliche Nachfolge konfrontiert, so das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn.

Besonders dramatisch wird es, wenn es sich um relativ junge Firmenchefs handelt. Aber Unglücke passieren eben meist aus heiterem Himmel – und können alle Altersgruppen treffen.

Angenommen, der Chef fällt durch Unfall oder Krankheit länger aus. Was ist das übliche Hauptproblem?

Gibt es keinen Stellvertreter mit den nötigen Vollmachten, ist die Rechtsposition des Unternehmers unbesetzt. Firma und Familie kommen nicht an die Konten, können keine rechtsverbindlichen Verträge machen, wissen nicht, wie es mit Lieferanten weitergeht.

Was ist denn besonders wichtig?

Das geht vom Passwort für den PC über Schlüssel bis hin zur Frage, welche Aufträge abzuarbeiten sind. Wer kennt Geschäftspartner, Kunden? Welche Bankschließfächer gibt es, bestehen Bürgschaften, betriebliche Zahlungsverpflichtungen? Was ist mit Mieten, Immobilienfinanzierungen, Darlehen, Beteiligungen, Versicherungen? Wichtig sind aber auch persönliche Sachen wie Testament oder Vorsorgevollmacht.

Die Folgen für eine Firma können sicher dramatisch sein.

Ja, aber vielen Chefs fehlt die Bereitschaft, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Kommt es richtig schlimm und niemand hat die Kontenvollmacht, können irgendwann alle Räder stillstehen.

Kommt es oft vor, dass Angehörige bei der IHK Hilfe suchen, weil die Firma nach einem Todesfall Schaden nehmen könnte?

Ja, bei uns landen meist die juristisch schlimmen Fälle: Etwa, wenn der Firmenchef zwar lebt, aber handlungsunfähig ist, sich nicht äußern kann. Ist da nicht gut vorgesorgt, dann sind den Angehörigen oft die Hände gebunden.

Und dagegen kann das IHK- Notfall-Handbuch helfen?

Ja! Es ist ein praktisches, niedrigschwelliges Hilfsmittel, um Firmenchefs Anregungen und Werkzeuge in die Hand zu geben, die wichtigsten Vorsorgeregelungen korrekt umzusetzen. Und: Es hilft auch, wenn ich langfristig die Übergabe meines Unternehmens plane. Das Buch ist ein Leitfaden, um betriebliche und private Dinge zu klären und hilft zugleich zu erkennen, wo noch Fragen offen sind.

Was kostet das Handbuch?

Wir wollen damit kein Geld verdienen: Man kann es kostenlos auf der Homepage der IHK herunterladen, es gibt das Buch aber auch als klassisches Papier-Exemplar oder auf Stick.

Interview: Thomas Luczak

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