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Gefälschte Lebensmittel: Harte Strafen gefordert

Berlin Gefälschte Lebensmittel: Harte Strafen gefordert

Nach dem Fund von Rekordmengen gefälschter Lebensmittel in über 50 Ländern fordert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch eine strengere Ahndung.

Berlin. Nach dem Fund von Rekordmengen gefälschter Lebensmittel in über 50 Ländern fordert die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch eine strengere Ahndung.

Handelskonzerne und Hersteller müssten „per Gesetz zu detaillierten Eigenkontrollen ihrer Produkte verpflichtet werden“, erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode gestern. Damit solle sichergestellt werden, dass die Lebensmittel weder falsch deklariert noch gesundheitsgefährdend sind. Bei Verstößen müssten Firmen mit am Gewinn orientierten Unternehmensstrafen haften, so Bode weiter.

Europol hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass Polizei und Zoll von November 2015 bis Februar 2016 in 57 Ländern mehr als 10000 Tonnen und eine Million Liter gefälschter Lebensmittel sichergestellt hätten. Die Waren könnten mit hohen Gesundheitsrisiken verbunden sein, hieß es. „Alle Arten von Nahrungsmittel überall auf der Welt werden gefälscht“, hieß es in dem Bericht. Zum Beispiel wurden im Sudan fast neun Tonnen Zucker gefunden, der mit Kunstdünger verseucht war. Italienische Ermittler stellten 85 Tonnen Oliven sicher, die mit einer Kupfer-Sulfat-Lösung gefärbt waren. In Indonesien wurden 70 Kilo Hühner-Innereien beschlagnahmt, die in schädlichem Formalin eingelegt waren. In Australien waren billige Erdnüsse als teure Pinienkerne verpackt worden — lebensgefährlich für Allergiker. Im afrikanischen Burundi entdeckte die Polizei außer 36000 Litern Alkohol auch neun Kalaschnikows.

Bode verwies auch auf den Pferdefleischskandal, der 2013 ans Licht kam. Dabei wurde billiges Pferdefleisch als Rindfleisch ausgegeben und verkauft. Spätestens seitdem wisse man, dass kriminelle Netzwerke beim Fälschen von Lebensmitteln in großem Stil aktiv seien, sagte er.

OZ

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