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Gegenwind für Dax-Konzerne: Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Frankfurt/Main Gegenwind für Dax-Konzerne: Mehr Umsatz, aber weniger Gewinn

Die Bilanz deutscher Börsenschwergewichte für das vergangene Jahr fällt durchwachsen aus.

Frankfurt/Main. Die Bilanz deutscher Börsenschwergewichte für das vergangene Jahr fällt durchwachsen aus.

Zwar steigerten die Dax-Konzerne ihren Umsatz insbesondere dank der Euro-Schwäche zusammengerechnet um satte 8 Prozent auf den Rekordwert von 1,12 Billionen Euro, wie aus einer Studie des Beratungsunternehmens EY hervorgeht. Der operative Gewinn (Ebit) sank hingegen um fünf Prozent auf 91,5 Milliarden Euro und damit auf den niedrigsten Wert seit 2009. Grund waren vor allem Milliardenverluste der Deutschen Bank und des Energieriesen Eon.

Der Studie zufolge steigerten immerhin 20 von 29 untersuchten Konzernen ihren operativen Gewinn. EY-Partner Thomas Harms wies am Donnerstag allerdings darauf hin, dass Währungseffekte und Zukäufe im vergangenen Jahr zum Teil eine erhebliche Rolle gespielt hätten. „Ohne diesen Rückenwind sähe die Bilanz deutlich weniger erfreulich aus. Wachstum aus eigener Kraft ist derzeit schwierig.“ Im vierten Quartal habe sich die Dynamik bereits abgeschwächt. Die Umsätze stiegen im Zeitraum Oktober bis Dezember demnach insgesamt nur noch um vier Prozent, sieben Unternehmen verzeichneten einen Rückgang.

Exportorientierte Unternehmen bekommen zunehmend die Wachstumsdelle in China und die Schwäche anderer Schwellenländer wie Russland und Brasilien zu spüren. Als weiteres Risiko sieht Harms den Absturz der Ölpreise: Die Neuinvestitionen in der Öl- und Gasindustrie seien massiv gesunken. Das niedrigere Preisniveau führe auch in anderen Branchen wie der Chemie und im Anlagenbau zu Umsatzeinbußen.

Harms rechnet in diesem Jahr mit kräftigem Gegenwind für die deutschen Unternehmen: „Die massiven Schwankungen bei Aktienkursen, Währungen und Rohstoffpreisen zeigen, dass die Weltwirtschaft von einer stabil positiven Entwicklung derzeit weit entfernt ist.“

Getrieben wurde das Wachstum deutscher Börsenschwergewichte im vergangenen Jahr auch vom schwachen Euro. Produkte „Made in Germany“ werden dadurch auf dem Weltmarkt günstiger, das kann den Absatz ankurbeln. Zudem steigen im Ausland erzielte Einnahmen bei der Umrechnung in Euro. Nach EY-Berechnungen gehen 46 Milliarden Euro des Umsatzzuwachses von insgesamt 80 Milliarden Euro auf Währungseffekte zurück.

Den höchsten Gewinnanstieg verzeichnete EY zufolge im vergangenen Jahr die Commerzbank, die ihr operatives Ergebnis um 177 Prozent steigerte. In absoluten Zahlen hatte der Autokonzern Daimler mit einem Gewinn von mehr als 13 Milliarden Euro die Nase vorn. Auf Rang zwei und drei folgten demnach der Versicherungsriese Allianz und der Daimler-Konkurrent BMW.

Nicht berücksichtigt ist Volkswagen. Der Autokonzern hatte wegen offener Bewertungsfragen in der Abgas-Affäre die Veröffentlichung seiner Bilanz auf den 28. April verschoben.

dpa

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