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German Pellets wird zerschlagen: Verwaltungs-Jobs in Gefahr

Wismar German Pellets wird zerschlagen: Verwaltungs-Jobs in Gefahr

Stammwerk geht an US-Finanzinvestor und heißt künftig Wismar Pellets / Jobs in der Produktion bleiben erhalten / Auch zwei andere Standorte sind verkauft

Wismar. German Pellets ist Geschichte. Gestern teilte die Insolvenzverwaltung mit, dass der Wismarer Holzverarbeiter zerschlagen und verkauft wird.

Das Wismarer Stammwerk geht an den US-Finanzinvestor Metropolitan Equity Partners (MEP) und wird in Wismar Pellets umbenannt. Zahlreiche der 150 Arbeitsplätze in der Hansestadt werden wohl wegfallen.

Die Werke in Ettenheim und Herbrechtingen werden durch J. Rettenmaier & Sohne in Rosenberg (Baden-Württemberg) übernommen. In allen Werken sollen die Arbeitsplätze in der Produktion weitgehend erhalten bleiben, darunter auch die rund 50 in Wismar. Von den etwa 100 Mitarbeitern, die die German-Pellets-Gruppe von Wismar aus verwalteten, werden jedoch viele gehen müssen. Die Insolvenzverwaltung sprach von „Personalanpassungen“ und wollte sich nicht auf eine Zahl festlegen. Die Verhandlungen über das Werk im sächsischen Torgau laufen noch.

MEP hat laut Insolvenzverwaltung umfassende Erfahrung in der Entwicklung von Unternehmen. „Zusammen mit dem erfahrenen Werksteam wird die von MEP neubestellte Führung der neugegründeten Wismar Pellets GmbH langfristig eine Perspektive bieten“, hieß es. Der bisherige Geschäftsführer und Inhaber, Peter Leibold, ist damit raus. Gegen ihn wird wegen Unterschlagung und Isolvenzverschleppung ermittelt. Die weit verzweigte German-Pellets-Gruppehatte zuletzt Außenstände in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Das Geld von Tausenden Anlegern ist wohl verloren (die OZ berichtete).

MEP-Direktor Doug Jacobsen sagte: „Der Standort Wismar hat eine lange Tradition in der holzverarbeitenden Industrie. Auf dieser Grundlage werden wir das Wachstum zu einem nachhaltigen Erfolg weiter vorantreiben.“ Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde ergänzte: „Mit diesen Transaktions-Vereinbarungen konnten wir sicherstellen, dass die Betriebe an drei Standorten der German-Pellets-Gruppe wieder eine langfristige Perspektive erhalten.“

Der Verkauf soll nun innerhalb der nächsten Wochen über die Bühne gehen. Schon in dieser Woche will Schmudde mit den Beschäftigten sprechen. Dann werden auch die Verwaltungsmitarbeiter erfahren, für wen es weitergeht und für wen nicht.

Nach unbestätigten Informationen der Gewerkschaft IG Metall, die auch für die Holzindustrie zuständig ist, sollen gerade einmal zehn Verwaltungsjobs erhalten bleiben. Auch zehn Mitarbeitern in der Produktion sei gekündigt worden. Das würde bedeuten, dass insgesamt zwei Drittel der Arbeitsplätze wegfallen. „Wir hatten uns eine Paketlösung für die deutschen Werke gewünscht, sagte der Wismarer IG-Metall-Beauftragte Maik Schwaß. „Zerschlagung und Entlassungen sind die schlechtere Lösung, zumal ich bei dem Finanzinvestor Bauchschmerzen habe.“

Im Wismarer Rathaus herrscht dagegen Optimismus vor: „Die Hansestadt ist zuversichtlich und erwartet, dass das Werk in Wismar schnell wieder in alter Stärke produzieren wird und die meisten Arbeitsplätze erhalten bleiben“, sagte Bausenator Michael Berkhahn (CDU). „Wir werden den neuen Eigentümer im Rahmen ihrer Möglichkeiten gerne dabei unterstützen, in Wismar heimisch zu werden.“

Unterdessen laufen die Rettungsversuche für die beiden ebenfalls insolventen German-Pellets-Werke in den USA weiter. Das dürfte vor allem die Investoren interessieren, die 550 Millionen Dollar (479 Millionen Euro) in die Werke in Texas und Louisiana gesteckt haben. Auch die Verhandlungen über das belgische Kohlekraftwerk Langerlo, das Leibold kurz vor der Insolvenz noch gekauft hatte, werden gemeinsam mit der belgischen Regierung fortgeführt.

Von Axel Büssem

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