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Wirtschaft Gerollt und nicht geschnitten: In Alt Zachun wird Rasen geerntet
Nachrichten Wirtschaft Gerollt und nicht geschnitten: In Alt Zachun wird Rasen geerntet
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02:35 11.03.2016

Trompetenrufe der ersten Kraniche der Saison durchdringen die Stille. Bis zum Horizont reicht der Grasteppich auf den Feldern zwischen Alt Zachun und Hoort südlich Schwerins. In Mecklenburg hat die Rollrasenernte begonnen. Das frische Grün wird mit Spezialmaschinen in meterlangen Bahnen vom Acker geschält und aufgerollt. Just-in-Time gehen die großen Wickel per Straßentransport auf den Weg zu Abnehmern in ganz Europa. Ausgelegt wird der sofort bespielbare Rasen nicht nur in Sportstadien, sondern ebenso auf Golfplätzen, in Gärten und in Parks.

Prominenter Abnehmer: das Berliner Olympiastadion.

Derzeit holen die Spezialisten des Familienbetriebes Gebrüder Peiffer Rollrasen aus Willich am Niederrhein auf ihrem einzigen ostdeutschen Standort den neuen Naturbelag für das Berliner Olympiastadion ein. Drei Tage dauert es, bis 8000 Quadratmeter Grünfläche akkurat vom Boden getrennt sind, wie Juniorchef Arnd Peiffer sagt. Die Soden samt Gras, Wurzeln und Erde sind 38 Millimeter dick. Jeweils ein Stück von 1,20 mal 16 Metern ergibt eine Rolle von gut einer Tonne Gewicht. 430 solcher Gras-Wickel werden im Olympiastadion ausgerollt. Die Arbeiten dauern bis kurz vor Anpfiff des nächsten Bundesligaspiels am Freitag zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04. Stadionsprecher Christoph Meyer ist erleichtert, dass das Wetter diese Woche mitspielt. Der Rasenwechsel, der alle ein, zwei Jahre üblich sei, koste rund 130000 Euro, sagt er. Erstmals sei im nahen Mecklenburg bestellt worden, das spare Zeit und Transportkosten. „Wir sind ein Uefa-5-Sterne-Elitestadion. Nicht weniger erwarten wir vom Rasen.“

Mecklenburger Sportrasen ist ein Newcomer auf dem europäischen Markt, den die Peiffers seit 40 Jahren jetzt in dritter Generation beliefern. Arnd Peiffer, Enkel des Firmengründers und studierter Landschaftsarchitekt, hob 2014 die Rasenschule in Alt Zachun aus der Taufe. „Der Boden hier ist ideal: sandig, wasserdurchlässig, ohne Steine und Maulwürfe.“ Er erfülle locker die Sportplatzrasen-Norm „DIN 18035“. Die Flächen im Nordosten Deutschlands seien platt wie ein Tisch und vor allem riesig. „Hier schafft man viel in kurzer Zeit“, sagt Mitarbeiter Fabian Zentara, der die Schälmaschine lenkt.

Gutes Gras sei nirgends leicht zu ziehen, betont Peiffer. Der 38-jährige Diplom-Ingenieur ist selbst Hobbykicker, Fan von Borussia Mönchengladbach und Greenkeeper bei Fortuna Düsseldorf. Er weiß, was Sportler wollen. Dicht, eben, fest, robust und vital müsse so ein Rasen sein. „Die Ansprüche der Spieler sind enorm gestiegen.“

Entsprechend aufwendig sei die Pflege der Rollrasen-Felder in der Vegetationszeit: düngen, wässern, dreimal die Woche mähen, absaugen, striegeln und bürsten. So ein Frischeprodukt vertrage keinen Stress, sagt Peiffer. „Im Hochsommer schälen wir nachts, sonst welkt der Rasen schon auf der Rolle.“ Derzeit zeige sich das erntereife Gras noch in seinem gelblich-blassen Winterkleid. „Der dunkle nasse Winter hat den Flächen arg zugesetzt.“ Doch in ein paar Tagen schon werde junges Grün sprießen, verspricht der Experte.

Für unzählige Stadien auf dem Kontinent habe er schon Rasen gezogen. Barcelona, Kopenhagen, Madrid, München und Stockholm gehören zur Stammkundschaft.

Von Grit Büttner

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