Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Wirtschaft Gewerkschaft fordert Ausbildungsplatz-Garantie bei VW
Nachrichten Wirtschaft Gewerkschaft fordert Ausbildungsplatz-Garantie bei VW
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:03 11.12.2017
Neben der Ausbildungsplatz-Garantie fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten im VW-Haustarifvertrag. Quelle: Uli Deck
Anzeige
Hannover

Die IG Metall will in der Dieselkrise einen Abbau von Ausbildungsplätzen bei VW verhindern. „Wir wollen wieder eine Einstellungszusage für die Auszubildenden haben, auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung und Transformation“, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Thorsten Gröger.

Die erste Runde der Tarifverhandlungen war am Montag ergebnislos beendet worden. Das Unternehmen wollte sich zunächst nicht zur künftigen Zahl der Ausbildungsplätze äußern. VW-Verhandlungsführer Martin Rosik forderte aber angesichts hoher anstehender Ausgaben für Elektromobilität und Digitalisierung einen „disziplinierten Tarifabschluss“.

„Das Verhalten der Arbeitgeberseite ist enttäuschend“, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Thorsten Gröger, nach dem Treffen in Hannover. „Das Unternehmen redet die eigene wirtschaftliche Entwicklung klein und verweist auf globale Risiken.“ Ein konkretes Angebot habe VW nicht vorgelegt. VW-Verhandler Martin Rosik verwies auf große Investitionen in Zukunftstechnologien, die zum Erhalt von Arbeitsplätzen nötig seien.

Zuletzt hatte der Autobauer jährlich 1400 Ausbildungsplätze geschaffen, die meisten Azubis werden bei VW danach übernommen. Eine Vereinbarung zwischen VW und IG Metall über die Zahl der Ausbildungsplätze läuft demnächst aus. Da für den Bau von Elektroautos aber weniger Beschäftigte benötigt werden als für die Herstellung komplizierter Dieselmotoren, könnte der Arbeitskräftebedarf künftig sinken.

Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter, auch unter dem Eindruck hoher Kosten wegen der Dieselaffäre, auf ein Sparpaket geeinigt. Der „Zukunftspakt“ soll die lange Zeit renditeschwache Kernmarke für die Zukunft fitmachen - kostet aber auch bis zu 23 000 Stellen in Deutschland. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben, auch sollen 9000 sogenannte Zukunftsarbeitsplätze entstehen.

Neben der Ausbildungsplatz-Garantie fordert die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Geld für die Beschäftigten im VW-Haustarifvertrag. Damit orientiert sich die IG Metall an ihrer Forderung in den ebenfalls laufenden Tarifverhandlungen für die übrige Metallbranche. In früheren Tarifverhandlungen hatte VW im Wesentlichen jeweils die Gehaltsentwicklung übernommen, die auch für die gesamte Metallbranche vereinbart wurde. Derzeit laufen hier die Verhandlungen für den Flächentarifvertrag.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif und läuft Ende Januar aus. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

dpa

Mehr zum Thema

In vielen Städten drohen weiter Diesel-Fahrverbote. Mit einem Milliardenfonds für bessere Luft soll gegengesteuert werden. Die finanzielle Beteiligung der Autobranche aber sorgt für Ärger.

06.12.2017

Der VW-Konzern hat sich in den USA mit milliardenteuren Vergleichen weitgehend von weiteren „Dieselgate“-Ermittlungen freigekauft, doch nun müssen einzelne Mitarbeiter dran glauben. Der zweite VW-Mann muss ins Gefängnis - das Strafmaß entspricht der maximalen Härte.

07.12.2017

In den USA hat die Abgas-Affäre dem zweiten VW-Mitarbeiter eine jahrelange Haftstrafe eingebrockt. Wie sind die harten Urteile zu erklären? Was passiert als nächstes? Warum laufen die Ermittlungen in Deutschland ganz anders? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

07.12.2017

Die Versandunternehmen haben gerade Hochsaison. Tausende Paketboten sind in Deutschland unterwegs, um die Geschenke rechtzeitig beim Empfänger abzuliefern. Damit das gelingen kann, dürfen die Pakete nicht zu spät abgeschickt werden. Doch was heißt das konkret?

11.12.2017

Der Vorschlag hat überrascht: Ausgerechnet der VW-Chef will den Diesel schrittweise stärker belastet sehen, sehr zum Wohlwollen von Umweltschützern. Andere sind von dem Vorstoß irritiert – und sorgen mit dieser Reaktion ihrerseits für Stirnrunzeln.

11.12.2017

Der Metall- und Elektroindustrie stehen in der laufenden Tarifrunde die ersten Warnstreiks bevor: Die IG Metall wird ab 8. Januar zu Arbeitsniederlegungen in ausgewählten Betrieben in Bayern aufrufen.

11.12.2017
Anzeige