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Grammer-Chef fürchtet Machtwechsel

Wegen umstrittener Investoren Grammer-Chef fürchtet Machtwechsel

Bei den Aufträgen spürt der Autozulieferer Grammer noch nichts. Aber den Kunden bereitet eine Übernahme durch die Investorenfamilie Hastor Sorgen. Die Karten könnten schon bald aufgedeckt werden.

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Die Firmenzentrale der Grammer AG in Amberg in der Oberpfalz.

Quelle: Armin Weigel/archiv

Amberg. Der Vorstand des Autozulieferers Grammer sieht der Hauptversammlung im Mai mit Sorge entgegen. Die umstrittene Investorenfamilie Hastor hält bereits zwischen 20 und 30 Prozent der Aktien. „Die Präsenz auf Grammer-Hauptversammlungen liegt gewöhnlich so um die 45 Prozent.“

Das sagte Vorstandschef Hartmut Müller. Deshalb sei nicht auszuschließen, „dass diese Investoren auf der Hauptversammlung die Mehrheit erreichen können“. Dann aber drohten Kunden abzuspringen.

Die Hastors hatten im vergangenen August mit einem Lieferstopp ihrer Prevent-Gruppe die Bänder bei VW in Wolfsburg und Emden lahmgelegt. Müller sprach von einem „Sonderfall, der dazu geführt hat, dass sich Kunden jetzt Sorgen machen“. Noch wirke sich das nicht auf das Tagesgeschäft und die Aufträge aus. „Aber es gibt Signale, dass sich das ändern könnte, wenn es eine Kontrollübernahme durch diese Investoren geben sollte“, sagte Müller. Die beiden größten Grammer-Kunden sind VW und Daimler. Das Unternehmen mit Sitz in Amberg beschäftigt rund 12 000 Mitarbeiter.

Die Hastors fordern, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, den Aufsichtsrat mit ihren Leuten zu besetzen und Müller abzulösen. Der bayerische IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler hatte gesagt: „Einem möglichen feindlichen Übernahmeversuch durch die Hastor-Familie werden wir uns als Arbeitnehmer daher vehement widersetzen.“

Grammer-Chef Müller sagte, die Investoren hätten auf der letzten Hauptversammlung keine Fragen gestellt und danach Aktien dazu gekauft. Um so rätselhafter sei ihr Verhalten jetzt. „Was das Ziel dieser Investoren jetzt ist, wissen wir nicht.“ Spekulationen, besorgte Autohersteller oder andere könnten bei Grammer als „weißer Ritter“ einsteigen, kommentierte Müller nicht.

Den Vorwurf der Investoren, die Grammer-Führung habe die Gewinnmarge vernachlässigt, wies Müller zurück. Man habe nicht nur Arbeitsplätze in Deutschland aufgebaut, sondern auch Umsatz und Profitabilität deutlich gesteigert und peile dieses Jahr eine operative Rendite von 5 Prozent an. „Wir haben geliefert, was wir den Aktionären und dem Kapitalmarkt versprochen haben“, sagte Müller.

Die Politik in Bayern und Deutschland verfolge die Entwicklung „sehr genau und hat auch Angst um Aufträge und Arbeitsplätze. Hier sind die Interessen von Politik und Gewerkschaften gleich“, sagte der Grammer-Chef.

dpa

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