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Griechische Azubis: Gekommen, um zu bleiben

Binz Griechische Azubis: Gekommen, um zu bleiben

Von Korfu nach Rügen – Christina Georgota und Georgius Mavridis fühlen sich wohl in MV

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„Darf’s ein Cocktail sein?“ Christina Georgota (l.) und Georgius Mavridis aus Griechenland vor dem Arkona Strandhotel in Binz.

Quelle: Sauer/dpa

Binz. Ein Zurück soll es nicht mehr geben! Die zwei griechischen Hotel-Azubis Christina Georgota und Georgius Mavridis haben Pläne ohne ihre griechische Heimat gemacht.

„Die wirtschaftliche Situation in Griechenland ist sehr schwierig“, erzählt die 21-jährige Christina, während sie einen Tisch auf der Terrasse des Binzer Arkona-Hotels eindeckt. Vor zwei Jahren begann sie in dem Vier-Sterne-Haus an der Binzer Strandpromenade über das Bundesprogramm „MobiPro EU“ eine Ausbildung als Hotelfachfrau. Damals, im Oktober 2014, berichtete sie von ihrem Heimweh und der Angst vor den kalten deutschen Wintern. Ihre Stimme war leise, suchend. Die Ungewissheit über die Zukunft – 1700 Kilometer entfernt von der Heimat auf Korfu – war beiden anzumerken. Inzwischen hat der Pragmatismus Oberhand über ihre Zukunftspläne gewonnen. „In Deutschland bekomme ich Arbeit. Die Bezahlung ist hier besser als in Griechenland.“ Wie auch ihr 20-jähriger Kollege Georgius Mavridis sieht sie nach dem Ausbildungsende in Deutschland ihre Zukunft. Eine Bar in einer größeren Stadt, das wäre sein Lebenstraum, sagt Georgius Mavridis.

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland liegt bei 25 Prozent. Seit 2013 haben rund 1100 Jugendliche aus anderen EU-Staaten eine Ausbildung in MV begonnen – vor allem in der Hotel- und Gaststättenbranche. Die Bundesregierung hatte das Programm Anfang 2013 gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in anderen EU-Staaten und zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Deutschland aufgelegt.

Die Hotel- und Gaststättenbranche verband damit die Erwartung, dass die ausländischen Azubis das Fachkräfteproblem zwar nicht lösen, aber dämpfen werden. Die Mehrzahl der Bewerber kam aus Spanien, gefolgt von Polen, Kroatien, Bulgarien und Griechenland. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) zieht nach Anfangsproblemen bei der dualen Ausbildung inzwischen eine positive Zwischenbilanz. Die ausländischen Azubis seien eine Bereicherung, sagt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Sie bringen neue Perspektiven ins Team.“

Nach Einschätzung von Rachel Amstrong – Chefin von Christina Georgota und Georgius Mavridis – ist das Konzept aufgegangen, die Investition in die ausländischen Jugendlichen habe sich gelohnt. „Von den neun Azubis aus dem ersten Jahrgang bleiben sieben in der Hotelgruppe“, sagt die Personalchefin der Private Palace-Hotelgruppe, zu der auch das Arkona-Hotel gehört. Armstrong ist zufrieden mit den beiden Griechen. „Sie sind hochmotiviert und engagiert“, sagt sie mit einem leichten Seitenhieb gegen einige deutsche Azubis, bei denen sie eine solche positive Einstellung zum Beruf vermisst.

Eine Ausbildung im Hotel gilt unter vielen deutschen Bewerbern wegen der Arbeitszeiten an Feiertagen und Wochenenden und der Bezahlung als unattraktiv. Die Lücke auf dem Ausbildungsmarkt werden junge Menschen wie Christina und Georgius dennoch nicht schließen können. „Dafür ist die Spanne zwischen Bewerbern und gemeldeten Stellen einfach viel zu groß“, sagt der Chef der Agentur für Arbeit in Stralsund, Jürgen Radloff. Im Juni waren landesweit noch 1176 Ausbildungsplätze bei Köchen, Restaurant- und Hotelfachkräften sowie Fachkräften im Gastgewerbe unbesetzt.

Fast jeder Zweite bricht Ausbildung ab

Mit den vergleichsweise geringen Abbrecherquoten ist das Arkona-Hotel in Binz eine Ausnahme. Genaue Zahlen liegen der Bundesagentur für Arbeit nicht vor, dennoch sind von den bundesweit 3300 Teilnehmern von 2015 nur noch 48 Prozent in Ausbildung.

Das bestätigte eine Sprecherin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung. Oft seien die Sprachbarrieren bei Ausbildungsbeginn, die große Mühe mit dem Deutschlernen oder das Heimweh ein Grund für das Beenden des Ausbildungsweges, sagt sie.

Martina Rathke

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