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Nachrichten Wirtschaft Fusionsdruck für Europas Banken nimmt zu
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17:13 29.08.2018
Die Firmenzentrale von Wirecard. Quelle: Sven Hoppe/illustration
Frankfurt/Main

Politische Krisen und Fintech-Konkurrenz zwingen Europas Banken zur Bündelung ihrer Stärken. „Es ist ganz klar: Der Konsolidierungsdruck in Europa wird noch erheblich zunehmen“, sagte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing an diesem Mittwoch bei einer Bankentagung in Frankfurt.

In einem Punkt sind sich Politiker und Banker einig: Deutschland und Europa brauchen starke Finanzinstitute. Doch der Weg ist steinig. Wie stark die Konkurrenz ist, wird bald auch im Dax sichtbar werden.

„Europa braucht nicht möglichst viele Banken, Europa braucht vor allem starke Banken.“ Allein im Euroraum gebe es derzeit 5500 Finanzinstitute.

Deutschland fehle derzeit ein echter „Global Player“ bedauerte Unions-Fraktionschef Volker Kauder im „Handelsblatt“: „Die Deutsche Bank ist leider von alter Größe ein Stück entfernt. Ich hoffe, dass sich die Lage verbessert. Ich glaube, dass unsere Weltmarktführer von zwei kräftigen Großbanken profitieren könnten.“

Sewing versicherte für sein Haus trotz beschlossener Einschnitte im Kapitalmarktgeschäft: „Unser globaler Anspruch wird unter meiner Führung nicht zur Debatte stehen.“ Er hielte es angesichts der Spannungen zwischen den USA und Europa für „riskant, die wichtige Funktion der Finanzierung und des Risikomanagements wenigen außereuropäischen Banken zu überlassen“.

Der Deutsche-Bank-Chef mahnte jedoch: „Damit echte europäische Champions entstehen können, braucht es eine einheitliche Regulierung in Europa, wir brauchen endlich einen einheitlichen Finanzmarkt. Und es braucht eine konstruktive Antwort auf den nahenden Brexit, damit Kontinentaleuropa starke Finanzplätze entwickeln kann.“

Auch Hans-Walter Peters, Präsident des Privatbankenverbandes BdB, forderte, dem „rechtlichen und regulatorischen Flickenteppich“ in Europa ein Ende zu setzen. Aus national fragmentierten Märkten müsse sich endlich „ein großer europäischer Heimatmarkt herausbilden“.

Die Bundesregierung will sich für einen international wettbewerbsfähigen Finanzstandort Deutschland einsetzen. „Es ist für uns von zentraler Bedeutung, den Finanzplatz Deutschland weiterzuentwickeln“, sagte Finanzstaatssekretär Jörg Kukies der „Börsen-Zeitung“. „Alle haben Interesse an einem starken Finanzplatz mit starken Banken. Eine große Industrienation wie Deutschland braucht einen starken Finanzplatz.“ Im Fokus sei dabei aber nicht nur Frankfurt, sagte der ehemalige Goldman-Sachs-Manager.

Die Herausforderungen für Banken seien „so groß wie seit Jahrzehnten nicht“, sagte Sewing - und er warnte vor weiterem Gegenwind: „In Zeiten einer nationalisierten Wirtschaftspolitik ist die Welt viel anfälliger für Schocks. Die Politik muss aufpassen, dass sie die Stabilität der Weltwirtschaft nicht nationalen Interessen opfert.“

Betont gelassen nehmen Deutschlands Großbanken dagegen den erwarteten Aufstieg des Zahlungsabwicklers Wirecard in den Dax. Zwar habe sich das 1999 gegründete Münchner Unternehmen erfolgreich „in einer Nische des Zahlungsverkehrs eingenistet“, stellte Sewing fest. Wirecard sei „eine absolut imposante Entwicklung“. Doch der Vergleich mit klassischen Banken hinke, er sehe das Fintech nicht als Angreifer.

Aller Voraussicht nach wird Wirecard in der ersten deutschen Börsenliga die Commerzbank ersetzen. Aktuell überflügelt das Münchner Unternehmen beim Börsenwert sowohl die Commerzbank als auch die Deutsche Bank. Die Entscheidung über die künftige Zusammensetzung des Deutschen Aktienindex fällt am 5. September. Wirksam werden Veränderungen am 24. September.

Gefragt nach den Auswirkungen des drohenden Dax-Abstiegs seines Instituts bekräftigte Commerzbank-Chef Martin Zielke bei der Tagung: „Das Geschäft der Commerzbank wird durch die Frage, in welchem Index die Bank vertreten ist, nicht beeinträchtigt.“

dpa

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