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Wirtschaft Großer Tag für Lufthansa, aber auch für die Passagiere?
Nachrichten Wirtschaft Großer Tag für Lufthansa, aber auch für die Passagiere?
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00:06 13.10.2017
Flugzeuge der Lufthansa und der Air Berlin auf dem Airport Düsseldorf.DPA Quelle: FOTO:

. Carsten Spohr verkündet seinen Triumph in der guten Stube Berlins: Im Fenster sieht man die Kuppeln des Gendarmenmarkts, dahinter Flugzeuge im Anflug auf Tegel. Es sei ein historischer Tag, sagt der Lufthansa-Chef, bevor er mehr als die Hälfte der insolventen Air Berlin übernimmt. Nach Frankfurt, München und Hamburg gibt die Lufthansa damit auch an den Flughäfen Berlin und Düsseldorf den Ton an. Mit reichlich politischem Rückwind hat der Kranich-Konzern seine Chance genutzt. „Wir wären blöd, wenn wir das verpennen“, meint Spohr.

Durch die deutsche Regierung sei ein unglaubliches Monopol geschaffen worden, sagt dagegen der Ex-Rennfahrer und Airlinegründer Niki Lauda. Er verweist auf den Kredit des Bundes, der Air Berlin trotz Insolvenz in der Luft hält. Zusammen mit dem Cook-Ferienflieger Condor stand der Österreicher im Verkaufsprozess in der zweiten Reihe und musste erleben, wie die Lufthansa ihren von langer Hand vorbereiteten Coup durchzog.

Weil der zweite bevorzugte Bieter Easyjet offenbar in letzter Minute noch den Kaufpreis drücken will, steigen die Chancen von Condor aber wieder, doch noch einige Jets aus dem abgestürzten Air-Berlin-Reich zu übernehmen. Der Börsen-Liebling Spohr muss noch die kartellrechtlichen Hürden überwinden, die wegen der Größe des Deals in Brüssel stehen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hingegen warnt vor steigenden Flugkosten für Kunden durch eine Monopolisierung des innerdeutschen Marktes. „Flüge innerhalb Deutschlands könnten durch den Deal mit Lufthansa künftig teurer werden“, sagte Ingmar Streese, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik des Verbands, im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) gestern. „Je stärker eine Monopolstellung, desto höher die Motivation, auch die Preise zu erhöhen.“

Preissteigerungen seien daher auf jenen innerdeutschen Flugstrecken zu befürchten, auf denen bisher Air Berlin die einzige Konkurrenz zur Lufthansa war.

Die Lufthansa hat inzwischen schon die nächste marode Fluggesellschaft im Blick. „Wir haben Interesse an einer neu aufgestellten Alitalia“, sagte ein Konzernsprecher gestern. Es gilt damit als wahrscheinlich, dass der Dax-Konzern an dem bis Montag (16. Oktober) befristeten Bieterverfahren um die einstige italienische Staats-Airline teilnimmt.

Christian Ebner/rnd

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