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Wirtschaft Günstiger Gouda statt Edelkäse: In Deutschland zählt der Preis
Nachrichten Wirtschaft Günstiger Gouda statt Edelkäse: In Deutschland zählt der Preis
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00:01 24.06.2016
Qualitätsbewusstes Einkaufen zahlt sich aus – es schmeckt besser und ist gesünder.“ Laura Hasl (21), Greifswald

. Ganz gleich, ob das bunte Obst im Laden zu kunstvollen Pyramiden gestapelt ist oder der fangfrische Fisch mit glasklaren Augen aus dem Eis glotzt: Bei vielen Verbrauchern wandert der Blick immer zuerst auf das Preisschild. Jahrelange Diskussionen über ein Ende der „Geiz ist Geil“-Mentalität zeigten in Deutschland nach Ansicht von Experten bislang wenig Wirkung.

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Hierzulande wollen Verbraucher im Supermarkt vor allem erschwingliche Waren, während in anderen Ländern Genuss wichtiger ist / In MV müssen viele billig einkaufen

Vor allem bei der Auswahl ihres bevorzugten Lebensmittelgeschäfts ist bei deutschen Verbrauchern der Preis immer noch Trumpf. Laut einer europaweiten Internet-Umfrage des Marktforschungsunternehmens Nielsen unter 30000 Personen steht für fast zwei Drittel (63 Prozent) der Kunden in Deutschland das Preis-Leistungsverhältnis im Vordergrund – wenn es darum geht, in welchem Geschäft sie ihre Lebensmittel kaufen. Bei den europäischen Nachbarn gibt jedoch bei 56 Prozent ein hochwertiges und frisches Angebot den Ausschlag bei der Wahl des Lebensmittelladens.

„Viele müssen beim Einkauf auf den Preis schauen“, sagt Antje Degner, von der Verbraucherzentrale in Rostock. Das gelte gerade für Mecklenburg-Vorpommern, wo oft noch immer weniger verdient werde als in anderen Regionen. Ein günstiger Preis müsse kein Hinweis auf schlechte Qualität sein. Gerade bei Lebensmitteln könne man viel Geld sparen, wenn teure, aber geschmacklich oft weniger überzeugende Fertigprodukte im Regal bleiben – und stattdessen wieder mehr selbst gekocht wird. Das beherzigen, trotz ungebrochenem Billig-Trend, viele Verbraucher in MV: „Qualitätsbewusstes Einkaufen bei Lebensmitteln zahlt sich meistens aus“, sagt etwa Laura Hasl (21) aus Greifswald. „Es schmeckt besser und ist in der Regel auch gesünder.“

„Die Menschen sind überall preisbewusst, in Deutschland aber noch mehr als anderswo“, sagt Michael Gerling vom Kölner Handelsforschungsinstitut EHI. Mit einem Marktanteil von über 40 Prozent seien Discounter in Deutschland so gefragt wie in keinem anderen Land. Die Verbraucher seien hierzulande seit Jahrzehnten darauf geeicht, auf den Preis zu achten. „Das lässt sich über Nacht nicht umkehren.“ So lande dann eher der billige Gouda im Einkaufswagen als die teure französische Käsespezialität. „Die meisten Menschen in Deutschland sind mit einem guten Grundprodukt zufrieden. In anderen Ländern gibt es mehr einen Hang zu Spezialitäten“, meint Gerling.

Laut Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU bleiben Gourmet-Aktionen von Discountern, die das ändern wollen, hinter den Erwartungen zurück. „Wir sind kein Genießervolk wie Franzosen, Italiener, Spanier oder Österreicher.“ Lebensmittelexpertin Degner spricht von einer Lücke zwischen Wollen und Handeln: „Viele Leute sagen zwar, sie würden regionale und hochwertige Produkte bevorzugen.“ Bei der Frage, welcher Käse oder Jogurt im Einkaufswagen landet, entscheide dann doch das Preisschild.

Sonnencreme für 92 Cent ist die beste

17 Sonnenschutzmittel hat die Stiftung Warentest für die Juli-Ausgabe ihrer Zeitschrift „test“ unter die Lupe genommen. Gutes muss nicht viel kosten, lässt sich das Ergebnis zusammenfassen. Die Preise der Produkte lagen zwischen 92 Cent und 36 Euro je 100 Milliliter. Zu den Testsiegern gehören mehrere Discounter-Produkte: Die „Cien Sun Sonnenmilch“ Classic von Lidl landete mit der Note „Sehr gut“ und der höchsten Punktzahl wie im Vorjahr auf dem ersten Platz, vor „Nivea Sun Schutz und Pflege Sonnenmilch“ und „Today Sun Sonnenmilch“ von Rewe und Penny. Die Lidl-Creme war mit 92 Cent je 100 Milliliter zugleich die billigste Creme in dem Vergleich.

Uta Knapp und Gerald Kleine Wördemann

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