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H-Milch aus dem Internet

Rostock H-Milch aus dem Internet

Der Versand-Riese Amazon und andere Anbieter verkaufen online Lebensmittel / Wir haben Anbieter getestet

Rostock. Unser Wocheneinkauf kommt diesmal mit der Post. „Ich hätte da ein Paket“, sagt der Bote. Und schon steht die Kiste mit dem Amazon-Schriftzug im Flur.

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Der Versand-Riese Amazon und andere Anbieter verkaufen online Lebensmittel / Wir haben Anbieter getestet

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Lebensmittel im Internet zu bestellen liegt im Trend. Unter anderem bietet das Portal allyouneedfresh.de diesen Service schon seit einiger Zeit an. Wir wollten wissen, ob und wie das funktioniert und haben einen Standard-Einkaufskorb zusammengestellt. Darin liegen unter anderem H-Milch, Zahnpasta, Saft, Marmelade, außerdem Kaffee, Müllbeutel und Schokolade.

Wie versprochen kommt das Amazon-Paket nach zwei Tagen an. Ein bisschen surreal wirkt die Vorstellung schon, dass darin keine in Luftpolsterfolie gepackten Bücher oder CDs stecken. Es hat in etwa die Größe eines Umzugskartons. Ganz so viel hatten wir doch gar nicht bestellt . . . Und tatsächlich: In dem Karton ist noch ziemlich viel Platz. Pappwände unterteilen ihn in drei Fächer, damit die Waren nicht hin- und herrutschen. Den freien Platz füllt, wie von Amazon gewohnt, tatsächlich Luftpolsterfolie. Ziemlich viel Müll für unseren kleinen Einkauf.

Da liegen sie nun tatsächlich, die Waren, die wir am Bildschirm ausgesucht haben. Eigentlich wie im Supermarkt, nur ohne einen Fuß vor die Tür zu setzen. „Pantry“ nennt der Konzern das neue Angebot, das seit Oktober vergangenen Jahres in Deutschland und Österreich verfügbar ist. „Wir suchen immer nach neuen Möglichkeiten, durch die Kunden Zeit und Geld sparen können“, sagt Ralf Kleber, Country Manager von Amazon, über das erweiterte Angebot.

Nur 1,2 Prozent des Lebensmittelhandels fanden 2014 im Internet statt. Nach Ansicht des GfK-Instituts für Wirtschaftsforschung dürfte sich der Anteil jedoch bis zum Jahr 2025 verdoppeln. Der Umsatz lag 2014 bereits bei 2,6 Milliarden. Auch der Discounter Lidl und die Supermarktkette Rewe liefern bereits Lebensmittel aus — aus logistischen Gründen allerdings nur in größeren Städten. Die beiden reinen Internet-Anbieter können hingegen auf ein bestehendes europaweites Versandnetz zurückgreifen, um die Waren zuzustellen. „Wir haben hier zusätzliche Stellen geschaffen“, sagte Amazon-Pressesprecherin Anke Huber. Der Mitbewerber allyouneedfresh.de gehört zur Deutschen Post. Er bietet, im Unterschied zu Amazon Pantry, auch Frischwaren an.

Wie die das wohl machen? Wir bestellen wieder, diesmal neben haltbaren Lebensmitteln auch Obst und Gemüse. Luftpolsterfolie allein wird die aber während des Versands kaum frisch halten Der Karton hat ähnliche Ausmaße wie der des Mitbewerbers. Es gibt darin allerdings verschiedene Kühlzonen. Obst und Gemüse sehen frisch aus, sind allerdings in Plastik abgepackt. Zuvor begutachten, wie im Supermarkt, konnten wir Paprika, Tomaten und Co natürlich nicht. Sie sehen aber gut auch und schmecken auch.

Kritik gibt es von Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer der Rostocker Geschäftsstelle des Einzelhandelsverbandes Nord. „Sie haben im Internet keine Beratung.“ Und er warnt: „Verbraucher sollten darauf achten, dass sich der Anbieter keine Ersatzlieferung vorbehält —, dass sie also eine ähnliche Wurst bekommen, wenn die gewünschte ausverkauft ist.“

Die Produkte kosten bei beiden Anbietern — Amazon und allyouneedfresh — das Gleiche, auch die Marken sind identisch, dieselben wie im Supermarkt. Und die Auswahl ist groß: Allein bei allyouneedfresh stehen über 22 000 Produkte bereit. Wir haben keine Probleme, unsere Lieblingszahnpasta und den vertrauten Kaffee zu finden. Um allerdings bei Amazon überhaupt bestellen zu können, muss der Kunde eine Prime-Mitgliedschaft abschließen. Die kostet 49 Euro im Jahr. Hinzu kommt eine Versandpauschale von 4,99 Euro pro Bestellung. Allyouneedfresh.de liefert erst ab einem Warenwert von 40 Euro frei Haus.

Fazit: Gerade Familien mit Kindern kann eine Online-Bestellung den Tagesablauf erleichtern. Das räumt auch Kay-Uwe Teetz ein. Aber: „Bestimmte Dinge suche ich mir lieber selbst an der Frischetheke aus.“ Bei anderen Waren ist es für uns unerheblich, ob wir sie im Internet bestellen oder im Supermarkt kaufen. Die Preise sind ähnlich, die Zulieferer auch. Verbraucher sollten wegen Zusatzkosten und Mindestbestellwert aber genau rechnen, damit sie am Ende nicht draufzahlen.

Lebensmittelhandel im Internet hat Potenzial

20 Prozent der Menschen in MV haben schon Lebensmittel online gekauft. Regelmäßig tun das bundesweit bislang nur sieben Prozent. Doch es besteht Hoffnung, dass sich die digitalen Einkaufswagen füllen: 73 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, Milch, Gemüse etc. übers Internet zu bestellen, so eine Studie des Portals deals.com.

Der typische Kunde ist ein dreißig- bis vierzigjähriger Metropolen-Einwohner, hat einen gut bezahlten Job, einen langen Arbeitstag und scheut nach Feierabend den Gang in den Supermarkt.

Von Cora Meyer

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