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Händler klagen: Kunden haben keine Zeit mehr zum Einkaufen

Düsseldorf Händler klagen: Kunden haben keine Zeit mehr zum Einkaufen

Laut Fachverband sind bundesweit 50 000 Läden in Innenstädten gefährdet

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Wenig Zeit für Shopping? Frau mit Einkaufstüten in Rostock.

Quelle: C. Rehder/dpa

Düsseldorf. /Rostock. Die Deutschen gehen immer seltener einkaufen. Das gilt für den Shoppingbummel in der Innenstadt ebenso wie für den Einkauf beim Bäcker oder beim Metzger nebenan. Der Einzelhandel beobachtet den Trend mit Sorge. Bei einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) klagten über 70 Prozent der Geschäfte in den Innenstädten über rückläufige Kundenzahlen. Gründe dafür sieht der HDE im Boom des Online-Handels und in der knappen Zeit für Shopping. Er warnt, dass in den nächsten Jahren bundesweit bis zu 50000 Läden in den Innenstädten gefährdet sein könnten.

In Mecklenburg-Vorpommern könnte dies einen ohnehin dramatischen Trend verstärken. Denn: Hier sinkt die Zahl der Einzelhandelsbetriebe seit Jahren. Gab es 2004 noch 7637 steuerpflichtige Unternehmen in der Branche, waren es 2013 nur noch 6388. Heißt: 16,3 Prozent weniger Läden innerhalb von knapp zehn Jahren. Eine besorgniserregende Entwicklung, beklagt Eberhard Brezski, Autor einer Einzelhandels-Studie der Norddeutschen Landesbank Nord/LB.

Doch nicht nur Läden in den Fußgängerzonen sind in Gefahr: Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beobachtet seit einigen Jahren auch einen Rückgang der Zahl der Besuche bei Supermärkten, in Lebensmittelfachgeschäften oder Parfümerien. Schuld an den seltener gewordenen Stippvisiten beim Metzger, beim Bäcker oder auf dem Wochenmarkt ist aber nach Einschätzung des GfK-Handelsexperten Wolfgang Adlwarth nicht in erster Linie die Konkurrenz aus dem Internet. Denn anders als im Textilhandel spielt die Online-Konkurrenz bei Artikeln des täglichen Bedarfs noch keine große Rolle.

Der Branchenkenner macht für die Entwicklung eher die Zeitknappheit der im Berufsleben stehenden Konsumenten verantwortlich. Sie ersparten sich den Gang zum Fachgeschäft und nähmen Brot oder Fleisch dann gleich im Supermarkt mit. Vor allem die großen Ketten wie Edeka oder Rewe scheinen vom Trend zum schnellen Einkauf zu profitieren.

Schließlich erlaubt ihr vielfältiges Angebot, in einem Rutsch die ganze Einkaufsliste abzuarbeiten. Zwar werden auch die Supermärkte vom Käuferrückgang nicht ganz verschont, doch wird dies durch größere Einkäufe mehr als wettgemacht, wie Adlwarth betont. Auch Discounter wie Aldi oder Lidl bemühen sich zunehmend mit Backstationen, mehr Markenartikeln in den Regalen und frischem Fleisch oder Fisch, ihren Kunden ein „One-Stop-Shopping“ zu ermöglichen. Dieses „stetig wachsene Angebot“ sieht auch Peter Volkmann, Geschäftsbereichsleiter der IHK zu Rostock, als mögliche Ursache für den Trend zum Einkauf aus einer Hand.

Die Kehrseite: Die Zahl der Fleischer-Fachgeschäfte in Deutschland sank zwischen 2004 und 2014 von über 18 000 auf knapp 14 000. Und auch die Zahl der Bäckereibetriebe schrumpft seit Jahren.

Sechs Prozent Rückgang

241 Mal im Jahr kauften die deutschen Konsumenten vor vier Jahren im Durchschnitt noch Güter des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Körperpflegeprodukte oder Reinigungsmittel ein. Inzwischen ist die Zahl der Shopping-Trips auf 228 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von fast sechs Prozent. Bei Fachgeschäften und Wochenmärkten fiel nach Angaben der GfK-Experten sogar jeder zehnte Besuch aus.

Erich Reimann und Thomas Luczak

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