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Wirtschaft „Handel mit China birgt Gefahren“
Nachrichten Wirtschaft „Handel mit China birgt Gefahren“
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00:05 22.03.2017

Chancen, aber auch Risiken sieht Jan Körnert, Wirtschaftsprofessor an der Universität Greifswald, zum Ausbau der Handelsbeziehungen Mecklenburg-Vorpommerns über die „Neue Seidenstraße“ mit China. Die OZ sprach mit ihm.

Welches Potenzial sehen Sie für Deutschland und MV durch einen Ausbau der Handelswege in Richtung China?

Jan Körnert: Der Ausbau von Handelswegen ist für Deutschland als Handelsweltmeister wichtig. Deutschland exportierte 2015 Waren im Wert von cirka 71 Milliarden nach China und importierte von dort Waren im Wert von zirka 92 Milliarden. Für MV sieht es anders aus, da rangiert China weiter hinten, denn für MV dominieren die Ostseeanrainer als Handelspartner.

Fraglich ist, ob beschränkte Handelswege den Handel mit anderen Ländern hemmen. Das kann ich nicht sehen, denn die traditionellen Handelswege per Schiff und Flugzeug sind gut erschlossen. Sollte eine Steigerung des Handelsvolumens über das Baltikum gelingen, dann würde MV als großer Handelspartner der Ostseeanrainerstaaten davon überproportional profitieren.

Sehen Sie Risiken?

Körnert: Eine Annäherung an China ist immer ein zweischneidiges Schwert, weil wir sehr viel nach China exportieren, aber eben gleichzeitig auch sehr viel importieren. Wichtig ist, darauf zu achten, dass keine Situation entsteht, die nur die Importe aus China stärkt, die Exporte aber drosselt.

Eine weitere Gefahr ist die Tatsache, dass wir viele hochwertige Güter mit Know-how nach China liefern, während wir eher Massenware von dort importieren, die durch die Lohnunterschiede gefördert wird. Wirtschaftsministerin Zypries warnte kürzlich zu Recht vor der Gefahr einer „technologischen Plünderung Europas“.

fp

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