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Handelsstreit zwischen USA und Kanada spitzt sich zu

US-Baubranche warnt Handelsstreit zwischen USA und Kanada spitzt sich zu

Mit der Ankündigung von Strafzöllen auf Holzimporte verschärfen US-Präsident Donald Trump und sein Handelsminister Wilbur Ross einen brisanten Konflikt mit dem zweitwichtigsten Handelspartner Kanada. Die US-Baubranche warnt vor den Folgen des Handelsstreits.

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Donald Trump: „Kanada ist sehr grob zu den USA“.

Quelle: Carolyn Kaster

Washington. Die Handelsstreitigkeiten zwischen den Nachbarn USA und Kanada haben nach heftigen Vorwürfen der Regierung von US-Präsident Donald Trump eine neue Eskalationsstufe erreicht.

„Kanada ist sehr grob zu den USA“, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) in Washington bei der Unterzeichnung eines Dekrets zur Agrarpolitik. Die kanadische Regierung reagierte entrüstet. Auch die US-Baubranche übte deutliche Kritik und warnte, die amerikanischen Eigenheimer würden zu den eigentlichen Leidtragenden des Handelsstreits.

Auf die Frage, ob er sich vor einem „Handelskrieg“ mit Kanada fürchte, sagte Trump: „Nein.“ Die USA hatten zuvor angekündigt, auf kanadische Weichholz-Importe einen Strafzoll von 20 Prozent zu erheben. US-Handelsminister Wilbur Ross warf Kanada vor, Handelsvereinbarungen verletzt zu haben. Dabei geht es um den Vorwurf unzulässiger Subventionen für die kanadische Holzwirtschaft.

Kanada widersprach den Vorwürfen scharf. Sie seien grundlos und der Strafzoll ungerecht, sagte Premierminister Justin Trudeau einer Mitteilung zufolge in einem Telefonat mit Trump. Er kündigte demnach im Gespräch mit dem US-Präsidenten zudem an, seine Regierung werde die Interessen der kanadischen Weichholz-Industrie energisch verteidigen. Trumps Maßnahme werde die Kosten für amerikanische Familien erhöhen, die Häuser bauen oder renovieren wollten, hieß es in einer Mitteilung der kanadischen Regierung.

Vor dieser Folge der aggressiven US-Handelspolitik warnte auch der Verband der US-Wohnungsbauunternehmen. „Protektionistische Maßnahmen zur Stützung einheimischer Holzproduzenten gehen klar zulasten von Millionen an US-Hauskäufern“, sagte Granger MacDonald, der Vorsitzende der National Association of Home Builders (NAHB). Der Weg sei nicht geeignet, „die Handelsstreitigkeiten mit Kanada zu lösen oder die US-Wirtschaft anzukurbeln.“

Die NAHB rechnet damit, dass amerikanischen Arbeitern allein 2017 rund 500 Millionen Dollar an Lohneinbußen durch die Maßnahme drohen und den USA 350 Millionen Dollar (322 Mio Euro) an Staatseinnahmen sowie über 8200 Vollzeitjobs verloren gehen würden. Die Holzpreise seien seit Jahresbeginn bereits um 22 Prozent gestiegen, was den Preis pro neuem Einfamilienhaus um fast 3600 Dollar erhöht habe. Der Handelsstreit würde auf dem Rücken der US-Eigenheimer ausgetragen.

US-Handelsminister Ross räumte ein, dass die Kosten für Hausbauer steigen könnten. Nach Angaben des Handelsministeriums fuhren die USA im vergangenen Jahr Weichholz aus Kanada im Wert von 5,6 Milliarden Dollar ein. Der Nachbarstaat ist nach China der wichtigste Handelspartner der USA. Im vergangenen Jahr lag das US-Defizit im Handel mit Kanada aber bei mehr als 11 Milliarden Dollar.

Zwischen USA und Kanada gibt es derzeit auch Streit um den Handel von Milchprodukten. US-Präsident Donald Trump warf Kanada am Dienstag auf Twitter vor, das Geschäft der Milchbauern in den USA sehr schwierig gemacht zu haben. „Das werden wir nicht auf uns sitzen lassen.“

Die US-Milchindustrie hatte Kanada vorgeworfen, dass im Zuge einer neuen Preispolitik immer mehr billige Milch in die USA komme. Außerdem blockiere Kanada auf der anderen Seite die Einfuhr amerikanischer Milch. Dies führe zu erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten für US-Milchbauern. Kanada wies die Vorwürfe zurück.

Die Handelsstreitigkeiten sind vor allem vor dem Hintergrund des nordamerikanischen Handelspakts Nafta brisant. Die Neuverhandlung des Abkommens mit Kanada und Mexiko ist ein zentrales Versprechen von Trump. Nafta sei ein „Desaster“ und gehe zulasten amerikanischer Jobs, hatte der US-Präsident erst vor kurzem erneut kritisiert. Die US-Regierung hat angesichts eines riesigen Handelsdefizits auch anderen wichtigen Wirtschaftspartnern wie etwa China und Deutschland schon unfaire Handelspraktiken vorgeworfen.

dpa

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