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Handwerk: Schlaglöcher und Funklöcher bremsen Unternehmen

Handwerk: Schlaglöcher und Funklöcher bremsen Unternehmen

Warnemünde Die Hauptgeschäftsführerkonferenz des Deutschen Handwerkskammertags findet heute und morgen in Warnemünde statt. Gastgeber: die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.

Warnemünde Die Hauptgeschäftsführerkonferenz des Deutschen Handwerkskammertags findet heute und morgen in Warnemünde statt. Gastgeber: die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. OZ sprach mit Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Wie ist denn die wirtschaftliche Situation der Handwerksbetriebe in Deutschland?

Holger Schwannecke: Sehr gut. Es sind die besten Zahlen seit der Wiedervereinigung.

Dennoch haben Sie Forderungen an die Politik. Welche sind die wichtigsten?

Schwannecke: Wir brauchen nachhaltig richtige Rahmenbedingungen. Stichwort Steuern: Der Solidaritätszuschlag muss weg. Nur noch ein Drittel des Geldes dient dem ursprünglichen Zweck, der große Rest versickert im Bundeshaushalt. Die Abschaffung des Soli wäre wichtig für die Steuerehrlichkeit. Stichwort Sozialsysteme: Bis zu 90 Prozent der Kosten bei Handwerksbetrieben sind Personalkosten, ein Mehrfaches als in der Industrie. Steigen die Kosten auf Arbeit, hat das große Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit.

Wie steht es um Investitionen in die Infrastruktur?

Schwannecke: Funklöcher und Schlaglöcher bremsen unsere Unternehmen gleichermaßen. Der Metallbauer aus Rostock kann ohne schnelles Internet keine Aufträge von einem Architekten aus den Niederlanden bedienen. Das Gleiche gilt, wenn der Lkw mit den Waren im Stau steht. Und: Wir brauchen mehr Investitionen in die Bildung, in Berufsschulen und Bildungsstätten. Die jungen Leute brauchen gerade auch in MV beste Bedingungen für die digitale Zukunft.

Im Handwerk soll es ab 2017 in einigen Modellregionen Berufsausbildung mit Abitur geben. Warum dieses Angebot?

Schwannecke: Uns fehlt ein bildungspolitisches Instrument, um leistungsstarke Jugendliche ins Handwerk zu führen. Daher setzen wir auf die Verbindung duale Berufsausbildung und Abitur. In Österreich und der Schweiz hat man damit gute Erfahrungen gemacht. Ähnliches kennt man aus der DDR. Und uns sagen viele: Das hat uns seinerzeit nicht geschadet, im Gegenteil.

Welche Bereiche im Handwerk laufen derzeit besonders gut?

Schwannecke: Soll ich es kurz machen? Alle. Immer mehr Kunden legen Wert auf individuelle Produkte. Interview: Thomas Luczak

OZ

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