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00:05 06.05.2017
Das Handwerk nutzt Digitaltechnik – beispielsweise zur Prothesenoptimierung. Gunar Liebau, Chef der Liebau Orthopädietechnik Rostock (2.v.r.), und Handwerkskammerpräsident Axel Hochschild schauen Stefan Krohn bei einer Gleichgewichtsstudie in der Orthopädiewerkstatt in der Uniklinik zu. Quelle: Foto: D. Lilienthal
Rostock

Das Handwerk im Osten Mecklenburg-Vorpommerns hat die Landesregierung aufgefordert, sich stärker als bisher an den Fahrt- und Unterkunftskosten von Auszubildenden zu beteiligen. Die Kosten für die Lehrlinge seien wegen der zu überbrückenden Distanzen hoch, sagte der neue Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, Axel Hochschild, gestern in Rostock. Es gebe beim Bildungsministerium einen mit 300 000 Euro gefüllten Topf für Fahrtkosten- und Unterkunftszuschüsse für Berufsschüler. „Davon kommt gerade mal ein Prozent bei den Auszubildenden an“, kritisierte der Kammerpräsident. Das übrige Geld sei trotzdem ausgegeben worden.

Wettbewerb um Nachwuchs wird härter / Digitalisierung eröffnet neue Chancen

„„Wir müssen aufpas-

sen, dass der länd-

liche Bereich nicht abgehängt wird.“ Axel Hochschild, (53),

neuer Präsident der Handwerkskammer

Ostmecklenburg-

Vorpommern

Der Kammerbezirk sei sieben Mal so groß wie das Saarland, machte Hochschild deutlich. Es sei keine Seltenheit, dass in manchen Gewerken junge Leute etwa von Torgelow nach Schwerin fahren müssten. Es gebe auch Fälle, bei denen die Auszubildenden zur Berufsschule nach Berlin oder Leipzig fahren würden. „Wir müssen aufpassen, dass der ländliche Bereich nicht abgehängt wird“, sagte Hochschild. Es sei nicht hinnehmbar, dass Auszubildende nur unterstützt werden, wenn sie weniger als 500 Euro verdienten. Das führe zu echten Härten.

Die Vorgaben des Ministeriums lauteten, dass die Förderung 175 Euro im halben Jahr betragen kann. „Das ist völlig inakzeptabel.“ Hochschild verwies auf ein Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart. Danach haben Berufsschüler gegenüber dem Land grundsätzlich Anspruch auf angemessene Erstattung von Wohnheimkosten, wenn sie zum Berufsschulbesuch nicht zu Hause wohnen können. Wie Hochschild sagte, ist die Förderung der Auszubildenden angesichts ihrer stetig sinkenden Zahl von großer Bedeutung. Landesweit gab es 2007 knapp 11 000 Auszubildende, 2016 war en es noch 4868.

Kammergeschäftsführer Jens-

Uwe Hopf forderte das Bildungsministerium auf, die Zahl der Berufsschulen nicht weiter zu verkleinern und die Mindestzahl von Schülern pro Klasse flexibler zu handhaben. Diese liege bislang bei 20. Es müsste doch möglich sein, kleinere Klassenverbände zu bilden.

Auch im Handwerk greife die Digitalisierung um sich, sagte Hopf. Allerdings seien im Gegensatz zu manchen Industriebereichen keine Arbeitsplätze gefährdet. „Handwerk ist und bleibt analog“, betonte er. Die digitalen Elemente würden unterstützend wirken. Es gebe jetzt zum Beispiel deutlich bessere und schnellere Messverfahren. Kunden könnten einfacher über Zwischenstände bei der Auftragsbearbeitung informiert werden. So sei beim Schuhmacherhandwerk eine Renaissance denkbar, bei der der Fuß elektronisch vermessen und die Produktion individuell erfolge. Das gleiche gelte auch für die Medizintechnik.

Prinzipiell schauen die Handwerksbetriebe positiv auf die geschäftliche Entwicklung. 90 Prozent der rund 12 400 Betriebe bewerteten ihre Situation als sehr stabil, sagte Hochschild bei der Präsentation der Frühjahrs-Konjunkturumfrage in Rostock. Dieses Ergebnis deckt sich mit der Umfrage im Bereich der Kammer Schwerin.

Die Auftragsbücher seien gut gefüllt, der Auftragsbestand liege bei annähernd neun Wochen. In der Umfrage berichteten 50 Prozent von gleichbleibenden, 11 Prozent von steigenden Umsätzen. Sorgen bereiten den Unternehmen fehlender Nachwuchs sowie mangelnde Unterstützung durch die Landesregierung bei der Ausbildungsförderung in den ländlichen Regionen.

Joachim Mangler

. Werner Frank ist 59 Jahre alt und macht sich eigentlich wenig Hoffnungen, noch Arbeit zu finden.

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