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Wirtschaft Hansano-Milch fließt in Strömen
Nachrichten Wirtschaft Hansano-Milch fließt in Strömen
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00:00 08.03.2013
Milchtanklaster bringen jeden Tag rund 1,5 Millionen Liter Milch von Bauernh�fen nach Upahl (Nordwestmecklenburg). Fotos (2): Frank S�llner

UpahlVor gut einem Jahr schloss sich die Hansa Milch AG Upahl bei Grevesmühlen dem Milchriesen Arla Foods an, der viertgrößten Molkereigenossenschaft der Welt. Die OZ sprach mit Manfred Remus (59) und Roland Frölich (48) in der Mecklenburger Niederlassung.

OSTSEE-ZEITUNG: Sie verarbeiten jedes Jahr mehr Milch und sind der Chef-Betreuer der Arla-Milchbauern in Deutschland. Wie viel Milch trinken Sie selbst?

Manfred Remus: Wenig, ich verkaufe Milch (lacht). Aber morgens liebe ich meinen Milchkaffee.

Roland Frölich: Bei mir ist das anders. Der Kühlschrank ist voll mit unseren schönen Hansano-Produkten: Frischmilch, Schokomilch, Quark, Butter, Sahne, Jogurt.

OZ: Die Marke Hansano ist in Norddeutschland beliebt. Bleibt sie im riesigen Arla-Verbund erhalten?

Frölich: Unbedingt, die Kunden können darauf vertrauen, dass sie Hansano-Produkte weiter im Handel finden. Wir bleiben ein in der Region verankertes Unternehmen mit einer starken Regionalmarke. Weil wir dieses breite Frische-Sortiment mitbringen, war die Hansa Milch AG für Arla ja so interessant.

OZ: Was ändert die Fusion?

Remus: Upahl wird in der Arla-Welt als Bio-Kompetenzzentrum und Quarkspezialist ausgebaut, Verwaltungs- und Marketingaufgaben geben wir nach Düsseldorf ab. Die Bio-Branche ist ein Wachstumsmarkt, von dem wir profitieren wollen. Wir bereiten für den deutschen Markt eine Arla-eigene Bio-Marke vor. Noch wird die in Upahl verarbeitete Bio-Milch für Eigenmarken von Handelsketten eingesetzt. In Skandinavien, Großbritannien und den Niederlanden ist Arla bereits mit eigenen Bio-Markenprodukten vertreten. Arla ist weltweit der größte Hersteller von Molkereiprodukten in Bio-Qualität.

OZ: Und was ist mit dem Quark?

Remus: Ein Teil der Quarkproduktion für den skandinavischen Markt wird nach Upahl verlagert. Statt 45 000 Tonnen Speisequark pro Jahr stellen wir dadurch künftig 60 000 Tonnen Quark her.

OZ: Upahl war 2012 Spitzenreiter beim Milchpreis im Land, ein Ergebnis der Fusion?

Frölich: Durchaus. Der Markt für Frischmilchprodukte ist den größten Preisschwankungen ausgesetzt, das breite Sortiment im Verbund hat da dämpfende Wirkung. Mit 34,5 Cent pro Liter konnten wir den besten Milchpreis zahlen.

OZ: Welchen Milchpreis zahlt Arla den Milchbauern in Skandinavien?

Remus: Denselben wie hier. Das war die Bedingung unserer Genossenschaftsmitglieder, die der Fusion zustimmen mussten.

OZ: Haben sich damit die Erwartungen der Bauern erfüllt?

Remus: Die Landwirte hätten natürlich gern noch höhere Milchpreise, darum bemühen wir uns auch. Wir wissen, dass auf den Höfen die Kosten steigen. Aktuell gehen wir davon aus, dass der Milchpreis 2013 um etwa zwei Cent steigt.

OZ: War von den Schimmelpilz-Problemen im Futter für Milchkühe kürzlich auch Ihre Firma betroffen?

Frölich: Nein. Aber wir haben sofort unsere Milch-Eingangskontrollen verstärkt. Wir haben keine erhöhten Werte gegenüber früheren Lieferungen festgestellt.

OZ: Kontrollieren Sie weiterhin auf die gefährlichen Aflatoxine?

Frölich: Ja, im Monitoring wird ständig auf verschiedene Schadstoffe untersucht. Es geht um den Ruf der Milch als gesundes Lebensmittel. Wir wollen das Vertrauen der Verbraucher täglich neu rechtfertigen.

Arla Foods — weltweit viertgrößte Molkereigenossenschaft
Arla Foods ist ein globales Molkereiunternehmen mit Milchwerken in 13 Ländern und Vertriebsniederlassungen in 30 Ländern. Der skandinavische Milchkonzern mit Sitz in Viby (Dänemark) entstand im Jahr 2000 durch Fusion der schwedischen Arla-Gruppe mit der dänischen Firma MD Foods.

Arla ist ein genossenschaftlich organisiertes Unternehmen mit 12 000 Milchbauern in sechs Ländern und damit weltweit die viertgrößte Molkereigenossenschaft. Seit 2004 erwarb Arla Molkereien in Kanada, den USA, Großbritannien, Deutschland und den Niederlanden sowie

Beteiligungen in China und

Vietnam.

In Deutschland ist Arla Foods mit seinen Produktionsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Bayern das drittgrößte Molkereiunternehmen nach dem Deutschen Milchkontor (6 Molkereien in MV) und Müller Milch (Bayern).

Zu den in Deutschland bekannten Arla-Markenprodukten gehören Buko, Esrom, Kærgården und Danablu.

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Manfred Remus (59), Vice President Milk&Members im Geschäftsbereich Arla Foods Deutschland/Niederlande.Der gebürtige Dorf Mecklenburger ist Diplom-Ingenieurökonom und seit fast 35 Jahren in der Milchwirtschaft tätig, davon 18 Jahre in der Molkerei Wismar, seit 1998 bei der Hansa Milch AG in Upahl.

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