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Hauptstadtflughafen erhält Finanzchef

Schönefeld Hauptstadtflughafen erhält Finanzchef

Nach der Kostenexplosion am Hauptstadtflughafen bekommt die Betreibergesellschaft erstmals einen Finanzchef. „Wir haben eine Person als Finanz-Geschäftsführer im Auge“, sagte der Aufsichtsratschef, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der „Bild“-Zeitung.

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Die Betreibergesellschaft des Hauptstadtflughafen bekommt erstmals einen Finanzchef. Foto: Patrick Pleul

Schönefeld. Das Kontrollgremium werde an diesem Freitag darüber reden. „Dabei muss es nicht unbedingt ein Mann sein.“ Bei der Aufsichtsratssitzung auf der Baustelle in Schönefeld will außerdem Flughafenchef Hartmut Mehdorn erklären, wie er das Projekt nach vier geplatzten Eröffnungsterminen auf die Erfolgsspur bringen will.

Bei der ersten Sitzung mit dem neuen Geschäftsführer diskutiert das Kontrollgremium Mehdorns Beschleunigungsprogramm „Sprint“. Erwartet werden Platzeck als Aufsichtsratschef, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba). Noch ist offen, welche externen Fachleute Mehdorn helfen sollen, bei dem Milliardenprojekt wieder aufs Tempo zu drücken.

Nach Platzecks Angaben bemüht sich der frühere Bahnchef um den Sachverstand einzelner Experten aus dem Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan. Sie waren im vergangenen Jahr entlassen worden. Um Gerkan zu locken, lässt der Flughafen eine Klage auf Schadenersatz in Höhe von 80 Millionen Euro gegen das angesehene Büro ruhen. Platzeck stellte jedoch klar: „Die Klage wird nicht zurückgezogen.“

Es ist möglich, dass der Aufsichtsrat über weitere Personalien berät. Als Verstärkung im Gespräch sind der Chef des Paderborner Flughafens, Elmar Kleinert, und der Bauleiter des Berliner Hauptbahnhofs, Hany Azer.

In der Debatte über die Offenhaltung des Flughafens Tegel bleiben der Geschäftsführer und sein Aufsichtsratschef unterschiedlicher Meinung: Mehdorn will den alten Airport nicht schon mit Eröffnung des neuen Flughafens schließen. Platzeck machte am Donnerstag deutlich, dass er eine Betriebsverlängerung Tegels für realistischer hält als eine dauerhafte Offenhaltung.

Der neue Hauptstadtflughafen sollte eigentlich seit eineinhalb Jahren in Betrieb sein. Die Eröffnung ist aber wegen Technikproblemen, Planungsfehlern und Baumängeln schon vier Mal abgesagt worden. Einen neuen Termin gibt es nicht. Beteiligte halten einen Start im Jahr 2015 für möglich. Eine Kostenprognose gibt es nicht. Bis zum Herbst hatten sich die Kosten auf 4,3 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

dpa

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