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Heiß auf Rind: Steakfans schätzen Fleisch von der Ostsee

Saal/Rostock Heiß auf Rind: Steakfans schätzen Fleisch von der Ostsee

Schon 17 Landwirte aus MV beliefern die Gastro-Kette Block House mit Uckermärker-Fleisch / Bei Genießern steht das Rassevieh hoch im Kurs

Saal/Rostock. Butterzart und saftig: In Restaurants der Block-House-Kette wird Steakfans das Fleisch der besten Rinderherden serviert. Die Edelstücke stammen zumeist aus Argentinien. Geheimtipp unter Feinschmeckern aber ist heiße Ware aus Mecklenburg-Vorpommern. Uckermärker, um genau zu sein. Als Block House das Rassevieh in Rostock vergangenen Herbst erstmals probeweise auf die Speisekarte setzte, war es nach wenigen Tagen restlos ausverkauft. Und der Hunger auf das Rind von der Ostsee wächst. Im Hamburger Fine-Dining-Lokal „Theo‘s“, ebenfalls Teil der Block-Kette, wird es regulär angeboten und ist dort einer der Gästelieblinge. Nur US-Prime-Beef wird noch häufiger bestellt. Kein Wunder, sagt Holger Aulrich. „Das Fleisch schmeckt noch besser als Angus- oder Herfordrind.“ Aulrich zieht in Saal bei Ribnitz-Damgarten für Block House Uckermärker groß. 200 davon hat er dieses Jahr schon abgeliefert, 100 weitere sind bestellt.

Der Landwirt ist einer von neun Züchtern in MV, mit denen die Block-Gruppe im vergangenen Sommer ihr erstes regionales Rinderzuchtprogramm gestartet hat (die OSTSEE-ZEITUNG berichtete). Mittlerweile sind landesweit schon 17 Bauern als Lieferanten unter Vertrag, mit zehn weiteren laufen Gespräche. Was sie zu bieten haben, trifft offenbar den Geschmack der Block-House-Kunden. 2000 Rinder, aufgezogen zwischen Ostsee und Elbe, sollen in diesem Jahr auf ihren Tellern landen. Doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. 60000 Rinder benötigt Block House für seine Lokale pro Jahr.

Künftig soll jedes Sechste davon ein Uckermärker oder eine Uckermärker-Kreuzung aus MV sein.

Die edelsten Teile hat die Block-Gruppe für ihre Lokale reserviert: Die bundesweit elf Jim-Block-Burgerläden werden regelmäßig mit Uckermärker-Fleisch beliefert, die 38 Block-House-Restaurants vorerst nur zu Aktionswochen. Der Rest wird im Einzelhandel verkauft. Zwölf norddeutsche Famila-Warenhäuser bieten das Fleisch an — unter anderem in Barth und Ribnitz-Damgarten.

Weltweit ist die Fleischlust groß. Hochwertiges Rind aus Südamerika ist begehrt, der Konkurrenzkampf entsprechend stark. China kauft in Argentinien ganze Herden auf. Um unabhängiger von Importware aus Übersee zu sein, setzt Block House auf Fleisch aus Norddeutschland. Und macht MV zu seinem Pampa-Ersatz. Nicht nur aus Kostengründen. Beim Verbraucher sind regionale Lebensmittel zunehmend gefragt. Der Konsument will wissen, wo das, was er isst, herkommt, ist Karl-Heinz Krämer, Vorstand der Block Foods AG, überzeugt. Die Voraussetzungen für Rinderzucht seien an der Ostsee ähnlich gut wie in Argentinien. Schließlich biete MV weitläufige Weiden, auf denen die Rinder naturbelassen und artgerecht grasen könnten. „Nach anfänglicher Skepsis sind unsere Landwirte sehr zufrieden, viele Partner der ersten Stunde wollen ihre Rinderzucht für uns ausbauen, einige planen dabei auch, ihre Milchwirtschaft aufzugeben.“

Für sein Rinderzuchtprogramm hat Block House einen Mitarbeiter für Betriebskontrollen eingestellt. Offene, helle Ställe mit Auslauf, lange Weidezeiten, mindestens ein halbes Jahr Zeit für die Kälber beim Muttertier, genfreies Futter — wer Block-House-Partner sein will, muss strenge Auflagen erfüllen.

Auch ihm liege es sehr am Herzen, dass es seinen Rindern gut gehe, sagt Holger Aulrich. „Zu uns kann jeder kommen und sich den Betrieb anschauen.“ Die Zusammenarbeit mit Block House lohnt sich für Vertragslandwirte wie Aulrich auch finanziell. Die Gastro-Gruppe garantiert ihnen die Fleischabnahme für drei Jahre und zahlt dafür deutlich über dem Marktpreis. Bis zu 120 Euro mehr pro Tier.

Kuhkomfort, der sich doppelt auszahlt.„Da macht Rinderhaltung doch wieder Spaß“, sagt Aulrich.

Von Antje Bernstein

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