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Herber Rückschlag für die Wirtschaft in MV

Schwerin Herber Rückschlag für die Wirtschaft in MV

Die Wirtschaftskraft sank 2013 gegen den Bundestrend um 1,1 Prozent. Vor allem die Insolvenz der P+S-Werften schlägt negativ zu Buche.

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Wirtschaftsminister Harry Glawe

Quelle: dpa

Schwerin. Nach drei Jahren im Plus ist das Bruttoinlandsprodukt in Mecklenburg-Vorpommern 2013 erstmals wieder geschrumpft. Wie das Statistische Amt gestern in Schwerin mitteilte, sank die Wirtschaftsleistung im Vorjahr preisbereinigt um 1,1 Prozent auf knapp 37,1 Milliarden Euro. Im Jahr davor hatte Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von korrigierten 0,7 Prozent noch den drittgrößten Zuwachs aller Bundesländer verzeichnet. Größer waren die Einbrüche 2013 nur noch im Saarland (-1,3 Prozent) und in Sachsen-Anhalt (-1,2 Prozent). Zuwächse von etwa einem Prozent verzeichneten hingegen Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Hessen. Auch im Nachbarland Schleswig-Holstein gab es einen realen Rückgang um 0,1 Prozent.

Die negative Wirtschaftsentwicklung schlug sich auch in der Beschäftigung nieder. Die Zahl der Erwerbstätigen war 2013 im Nordosten um einen Prozent geringer als im Vorjahr. Mit dem deutlichen Wachstumsdämpfer erfüllte sich die Hoffnung auf eine weitere Stärkung der Wirtschaftskraft im Nordosten und die Annäherung an industriestarke Regionen 2013 nicht. Bei einem Bevölkerungsanteil von zwei Prozent trug Mecklenburg-Vorpommern gerade 1,4 Prozent zur Gesamtwirtschaftsleistung Deutschlands bei. Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigem erreichte mit 51 563 Euro 78,8 Prozent des Bundesdurchschnitts.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sieht in der Entwicklung allerdings keine Anzeichen für einen generellen Trendwandel. Die Unternehmen im Land seien für 2014 positiv gestimmt. „Wir haben hohe Nachfragen bei Erweiterungen von Unternehmen“, stellte Glawe mit Hinweis auf eine Vielzahl von Förderanträgen fest. Das Land stelle in diesem Jahr 255,7 Millionen Euro zur Verfügung. Gute Entwicklungen zeichneten sich insbesondere in der Ernährungsgüterwirtschaft und in der Tourismusbranche ab. Nach Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder stieg das Bruttoinlandsprodukt bundesweit um 0,4 Prozent und damit auch deutlich schwächer als im Jahr davor. Im Durchschnitt der neuen Länder stagnierte die Entwicklung.

Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe Mecklenburg-Vorpommerns ging die Bruttowert-Schöpfung zurück. Sie war 2013 um 2,7 Prozent niedriger als im Jahr davor. „Dies resultiert vor allem aus der Entwicklung in der maritimen Wirtschaft“, meinte Minister Glawe. Vor allem die Insolvenzen der P+S-Werften in Stralsund und Wolgast dürften zu Buche schlangen. Auch im Baugewerbe (-1,8 Prozent) und im Dienstleistungs-Sektor (-0,9 Prozent) sank die Wirtschaftsleistung. Für Glawe sind das Auswirkungen des langen Winters und des Personalabbaus in der öffentlichen Verwaltung. Positiv entwickelten sich die Bereiche Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister einschließlich Wohnungswesen mit einem überdurchschnittlichen Plus von 1,7 Prozent. Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei legten sogar stark um 4,9 Prozent zu.

Bürger haben weniger im Portemonnaie
Der Blick auf den Lohnzettel bleibt für viele Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern wenig erfreulich: Sie verdienen im Schnitt ein Fünftel weniger als der Bundesdurchschnitt. Wie das Statistische Landesamt gestern in Schwerin bekanntgab, betrugen die Bruttolöhne und -gehälter 2013 im Nordosten im Schnitt 24 604 Euro.
79,3 Prozent des Bundesdurchschnitts von 31 019 Euro entspricht dies. Im Vergleich zum Vorjahr fiel MV auch noch zurück, denn in anderen Regionen stiegen die Einkommen stärker. 2012 hatten die Löhne im Land erst 80,2 Prozent des Bundesdurchschnitts erreicht.

 



OZ

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