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Wirtschaft Herbert Diess übernimmt das Steuer bei VW
Nachrichten Wirtschaft Herbert Diess übernimmt das Steuer bei VW
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00:08 13.04.2018

Wolfsburg/Berlin. Der erwartete grundlegende Umbau beim weltgrößten Autokonzern Volkswagen nimmt immer deutlichere Konturen an. So wurde damit gerechnet, dass der Aufsichtsrat gestern den bisherigen VW-Markenchef Herbert Diess zum Nachfolger des amtierenden Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller bestimmt. Müller selbst könnte nach „Handelsblatt“-Informationen eine neue Funktion erhalten, sein regulärer Vertrag läuft noch bis zum Jahr 2020. Die einzelnen Marken wollen die Kontrolleure dem Vernehmen nach in mehrere Gruppen aufteilen, um den riesigen Konzern insgesamt effizienter zu machen.

Herbert Diess, neuer VW-Vorstandschef

FOTO: PETER STEFFEN/DPA

Auf der Aufsichtsratssitzung solle zwar beschlossen werden, dass Müller seinen Posten räumt, meldete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Seinen Vorstandsvertrag werde er aber behalten.

„Eine Vertragsaufhebung würde keinen Sinn machen, da die Abfindung genauso hoch sein würde wie der laufende Vertrag“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person dem Blatt. Im vergangenen Jahr hatte Müller mehr als 10,1 Millionen Euro eingestrichen.

Daneben sollen die Aufseher nach Angaben aus dem Konzernumfeld weitere Personalien beschließen. Gunnar Kilian, noch Generalsekretär im Betriebsrat, soll Personalvorstand werden und auf Karlheinz Blessing folgen. Außerdem wolle der langjährige Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz seinen Posten abgeben, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Zugleich solle Porsche-Chef Oliver Blume in den Konzernvorstand aufrücken. Bei den schweren Nutzfahrzeugen der VW-Gruppe steht ein Umzug der Verwaltungszentrale von Braunschweig nach München an. Auch ein Börsengang der Sparte mit Scania und MAN gilt als möglich.

Die Aufseher zogen ihre Beratungen um einen Tag vor. Ursprünglich war das Treffen für den Freitag geplant, an dem nun die Öffentlichkeit über die Beschlüsse informiert werden soll. Auch eine Neufassung wichtiger Strukturen sei angedacht, bekräftigten Quellen aus dem Konzern. Wie konkret diese Pläne bereits diskutiert oder gar beschlossen werden könnten, blieb vorerst unklar.

Nach „Spiegel“-Informationen sollen die Marken in vier Gruppen aufgeteilt werden – für Volumenmodelle (VW, Skoda, Seat), Oberklasse-Autos (Audi, Bentley), Sportwagen (Porsche, Bugatti, Lamborghini) und Nutzfahrzeuge (MAN, Scania, leichte Nutzfahrzeuge). Ein Sprecher des VW-Aufsichtsrates wollte dies nicht kommentieren.

OZ

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