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00:00 03.02.2018
Bei Familie Schirrmacher helfen alle einander beim Postaustragen: Stefan (42), Katharina (65), Harald (65), Simone Schirrmacher (39). Quelle: Foto: Frank Söllner
Bargeshagen

Zu viert verteilt die Familie Schirrmacher in Bargeshagen und Umgebung Briefe und Zeitungen für Nordbrief. Vor 20 Jahren hat Katharina Schirrmacher damit begonnen, nach und nach zogen erst ihr Mann und dann die Tochter mit dem Schwiegersohn nach.

„Ich habe meine Frau damals erst begleitet, weil ich nicht wollte, dass sie im Dunkeln alleine loszieht“, sagt Harald Schirrmacher. Zu dieser Zeit hatte es einen Vorfall gegeben, bei dem eine Zustellerin überfallen und getötet wurde. Als die 65-Jährige stark erkrankte, wurde sie zunehmend von ihrer Familie unterstützt. Mittlerweile gab es einen Wechsel in der Rollenverteilung. „Jetzt begleite ich meine Tochter, wenn sie Hilfe braucht“, sagt Katharina Schirrmacher.

Die schwerhörige Simone Schirrmacher (39) trägt mittlerweile seit zehn Jahren Briefe aus. Sie freut sich besonders über die schönen Sonnenaufgänge und Begegnungen mit Tieren, wenn sie frühmorgens unterwegs ist. Aber auch auf freundliche Menschen trifft die Familie oft. „Die erkennen einen auch und winken dann“, sagt die 39-Jährige. Oft seien auch die Leute, die sich am Anfang laut beschweren, jene, mit denen man sich nachher am besten versteht, meint die Mutter. Während sie die Post austragen, kommen sie mit den Menschen ins Gespräch und erfahren manchmal auch sehr persönliche Dinge. „Da baut man schon eine emotionale Beziehung auf“, weiß Harald Schirrmacher.

Leider gebe es, gerade im Winter, Probleme beim Austragen. Bei nicht geräumten oder kaum beleuchteten Wegen sei es schon zu schweren Verletzungen gekommen. „Ich wurde auch schon von Hunden verfolgt“, erzählt Stefan Schirrmacher, der Angst vor den Tieren hat. Da freue sich die Familie besonders, wenn sie manchmal ein Danke, oder, wie zu Weihnachten, einen Nikolaus bekommt.

Dank an die Briefträger

1600 Briefträger verteilen für die Deutsche Post in Mecklenburg-Vorpommern ihre Fracht. Von ihnen und ihren Kollegen werden täglich in ganz Deutschland 59 Millionen Briefe aus gelben Taschen verteilt. Das sind 13 Millionen Briefe weniger als noch vor fünf Jahren.

Das Rostocker Unternehmen Nordbrief, der Briefdienst der OSTSEE-ZEITUNG, bringt es auf rund 300 Zusteller. Sie haben 2017 etwa 30 Millionen Briefe ausgetragen.

Mittlerweile machen geschäftliche Briefe den größten Teil aus, nur noch 15 Prozent der Sendungsmenge sind private Briefe.

„Es ist schon zu spüren, dass privat immer mehr über andere, besonders elektronische Kanäle kommuniziert wird“, sagt Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt. Jährlich sinke die Zahl um drei bis fünf Prozent.

Morgen, am weltweiten Danke- einem-Briefträger-Tag, ist es an der Zeit, ihnen einmal Danke zu sagen. Denn die Freude, wenn ein Liebesbrief oder eine Postkarte im Briefkasten landen, kennt wohl jeder.

Damit die Briefe zum Empfänger kommen, stehen die Zusteller bei Wind und Wetter frühmorgens auf. Sie müssen raus, wenn andere noch im warmen Bett bleiben können.

Christin Tute und Christian Rödel

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