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Hitze macht Durst auf Wasser

Güstrow/Rostock Hitze macht Durst auf Wasser

Die sommerlichen Temperaturen an der Ostsee kurbeln den Absatz der Getränke-Hersteller im Land an – vor allem bei Mineralwasser und Bier.

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Schichtleiterin Katrin Dittmann (43) überwacht die Mineralwasser-Produktion bei Güstrower Schlossquell.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Güstrow/Rostock. Die Getränkehersteller und auch Wasserwerke in Mecklenburg-Vorpommern haben zurzeit gut zu tun. Die anhaltend warmen Temperaturen heizen den Durst nach Mineral- und Leitungswasser an. Das Unternehmen Güstrower Schlossquell hat in der vergangenen Woche ein Plus von fast 25 Prozent zur Vorwoche verzeichnet, berichtet Geschäftsführer Maik Ramforth Wüllner. Vor allem der Verkauf der Sorten Güstrower Medium und Güstrower Naturelle sei mit „dem Temperaturanstieg explosionsartig nach oben geschnellt“. Eine Herausforderung sei es, die Absatzspitzen abzufedern und „trotz sprunghaft ansteigender Bedarfsmengen bei allen Produkten eine volle Lieferfähigkeit zu garantieren“, ergänzt Ramforth Wüllner.

OZ-Bild

Die sommerlichen Temperaturen an der Ostsee kurbeln den Absatz der Getränke-Hersteller im Land an – vor allem bei Mineralwasser und Bier.

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Verkaufsrekord im letzten Jahr

11,1 Milliarden Liter Mineral- und Heilwasser aus deutschen Brunnen wurden im vergangenen Jahr verkauft. Das war ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber 2014 und ein neuer Rekord der Branche, teilt der Verband Deutscher Mineralbrunnen mit. Wachstumssieger waren Mineralwässer ohne Kohlensäure.

Bundesweit gibt es 500 Mineralwasser-Sorten. Der Absatz steigt seit Jahren, vor allem in warmen Sommern. Schon die lang anhaltende Hitzeperiode im Juli und August 2015 hat den Verkauf von Mineral- und Heilwassern extrem gesteigert – regional teilweise um mehr als 30 Prozent gegenüber 2014. Im ganzen Jahr sind deutschlandweit 11,1 Milliarden Liter dieser Durstlöscher abgesetzt worden. Das größte Wachstum unter den Wassersorten hat das Mineralwasser ohne Kohlensäure erzielt – mit einem Zuwachs von fast 15 Prozent.

Auch in den Wasserwerken werden zurzeit Spitzenwerte gemessen. 32 000 Kubikmeter täglich bringt die Eurawasser Nord, größter Wasserversorger in MV, an normalen Tagen zu mehr als 310 000 Einwohnern in Rostock und Umgebung. Am heißen Montag vergangener Woche sind es 39560 Kubikmeter (rund 39 Millionen Liter) Trinkwasser gewesen – also fast 8000 Kubikmeter (acht Millionen Liter) mehr als gewöhnlich. „Das war der bisher höchste Verbrauch dieses Jahres“, sagt Pressesprecherin Gabi Kniffka. Auch der Gesamt-Spitzenverbauch sei in der ersten Juni-Woche gemessen worden – mit täglichen Werten zwischen 36000 und 39000 Kubikmetern. Laut Pressesprecherin Kniffka ist der erhöhte Verbrauch unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Menschen sich häufiger erfrischen und ihre Gärten öfter sprengen.

Insgesamt sind die Verbraucher allerdings sparsamer geworden. 1990 lag der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Kopf bei 180 Liter an normalen Tagen. Heute sind es 92 Liter in Rostock, im ländlichen Bereich wie Güstrow und Bützow nur 86 Liter am Tag.

Auch die Bier-Hersteller im Land hoffen auf langanhaltende heiße Zeiten. „Eine längere warme Periode im Sommer und Frühherbst ist immer noch der beste Bierverkäufer“, sagt Peter Christian Gliem, Geschäftsführer der Hanseatischen Brauerei Rostock. Absatzzahlen gibt das Unternehmen, das zur Radeberger-Gruppe gehört, nicht preis. Aber: Regionale Spezialitäten wie das Rostocker Pils und Rostocker Radler naturtrüb seien zurzeit besonders gefragt.

Neben sonnigem Wetter stehen bei Bier-Herstellern auch Fußballspiele der deutschen Nationalmannschaft hoch im Kurs – wie die bei der bevorstehenden Europameisterschaft in Frankreich. Allerdings müssen die Kicker erfolgreich sein: Je mehr Spiele sie gewinnen, desto mehr Gerstensaft wird getrunken.

Kerstin Schröder

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